Mit Kreislaufwirtschaft weniger Ressourcenverbrauch durch Recycling an Bord: Gemeinsam mit Wissenschaft und Branchenpartnern untersucht AIDA Cruises, wie Materialien aus der Schiffsinnenausstattung länger genutzt, wiederverwendet und recycelt werden können. Das Projekt „Recycling-Kreisläufe in der Kreuzfahrt neu gedacht“ soll bestehende Ansätze wissenschaftlich bewerten, ihre Umweltwirkungen analysieren und neue Lösungen für eine ressourcenschonendere Kreuzfahrt entwickeln.
Gemeinsam mit Futouris e.V., der Oceancircle GmbH und dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT verfolgt AIDA Cruises das Ziel, Materialkreisläufe an Bord zu schließen und Abfälle zu reduzieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wertvolle Rohstoffe möglichst lange im Nutzungskreislauf gehalten werden können, anstatt nach einer ersten Verwendung entsorgt zu werden. Die wissenschaftliche Bewertung soll zeigen, welche Maßnahmen ökologisch sinnvoll sind und wo weitere Potenziale für Wiederverwendung, Aufarbeitung und Recycling bestehen.
Teppiche und Textilien als Ausgangspunkt für neue Materialkreisläufe
Erste Erfahrungen hat AIDA Cruises bereits im Rahmen von AIDA Evolution gesammelt, dem größten Flottenmodernisierungsprogramm der Unternehmensgeschichte. Seit Beginn des Programms Anfang 2025 werden gemeinsam mit Oceancircle GmbH Kreislaufansätze für die Schiffsinnenausstattung umgesetzt. Dabei erhalten ausgediente Teppiche, Vorhänge und Baldachinstoffe eine neue Verwendung. Die Materialien werden aufbereitet und beispielsweise als Unterlage für neue Teppichflächen an Bord eingesetzt. Darüber hinaus kommen erstmals zu 100 Prozent recycelfähige Teppichböden zum Einsatz, die bereits bei ihrer Auswahl auf eine spätere stoffliche Verwertung ausgelegt sind.
Solche Ansätze können dazu beitragen, den Bedarf an neuen Rohstoffen zu verringern, Abfälle zu vermeiden und Materialien länger zu nutzen. Wie groß die tatsächlichen Umweltvorteile sind, wird im Rahmen des neuen Projekts wissenschaftlich untersucht.
„Kreislaufwirtschaft ist für uns ein wichtiger Ansatz, um Ressourcen möglichst lange im Nutzungskreislauf zu halten und Materialien nach ihrer ursprünglichen Verwendung sinnvoll weiterzunutzen. Gerade im Rahmen von AIDA Evolution bietet sich die Chance, neue Lösungen direkt in der Praxis zu erproben. Das gemeinsame Projekt hilft uns dabei, weitere Möglichkeiten systematisch zu untersuchen und wissenschaftlich zu bewerten“, sagt Dirk Inger, Senior Vice President Sustainability bei AIDA Cruises.
Umweltwirkungen wissenschaftlich bewerten und Potenziale erschließen
Im nächsten Schritt untersuchen die Projektpartner die bisherigen Ansätze zum Teppichrecycling sowie perspektivisch weitere Materialien aus der Schiffsinnenausstattung. Mithilfe von Ökobilanzen werden die Umweltwirkungen der unterschiedlichen Verwertungswege analysiert. Stoffstromanalysen sollen zudem aufzeigen, welche Materialien in welchen Mengen anfallen, wie sie derzeit genutzt werden und an welchen Stellen sich geschlossene Kreisläufe ermöglichen lassen.
Auf dieser Grundlage wollen die Partner weitere Potenziale für die Wiederverwendung, Aufarbeitung und das Recycling identifizieren. Dabei geht es nicht allein darum, Abfälle zu vermeiden, sondern auch darum, die Umweltwirkungen über den gesamten Lebenszyklus der Materialien zu betrachten. So soll ermittelt werden, welche Lösungen tatsächlich zu einem effizienteren Umgang mit Ressourcen beitragen.
Erkenntnisse für die gesamte Tourismusbranche
Die Ergebnisse sollen über die Flotte von AIDA Cruises hinaus Wirkung entfalten. Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden konkrete Handlungsempfehlungen für Kreuzfahrtreedereien entwickelt. Darüber hinaus prüfen die Projektpartner, inwieweit sich die Ansätze auf die Hotellerie übertragen lassen. Ein praxisorientierter Branchenleitfaden soll die Ergebnisse bündeln und anderen Unternehmen den Einstieg in kreislauforientierte Materialkonzepte erleichtern.
„Mit dem Projekt wollen wir nicht nur konkrete Kreislaufansätze für die Schiffsinnenausstattung untersuchen und weiterentwickeln. Entscheidend ist für uns auch, die gewonnenen Erkenntnisse für die gesamte Branche nutzbar zu machen. Deshalb werden wir daraus konkrete Handlungsempfehlungen für Kreuzfahrtreedereien ableiten, die Übertragbarkeit auf die Hotellerie prüfen und die Ergebnisse in einem praxisorientierten Branchenleitfaden bündeln“, sagt Swantje Lehners, Geschäftsführerin von Futouris e.V.
Die Projektpartner bringen dafür unterschiedliche Kompetenzen zusammen: Fraunhofer UMSICHT übernimmt die wissenschaftliche Begleitung mit Ökobilanzen, Stoffstromanalysen und der Einbindung relevanter Stakeholder. Oceancircle GmbH steuert ihre Erfahrungen aus bereits umgesetzten Kreislaufansätzen bei. Futouris e.V. koordiniert das Projekt und den Wissenstransfer in die Tourismusbranche. AIDA Cruises bringt seine praktischen Erfahrungen aus dem Schiffsbetrieb und der Flottenmodernisierung ein.
Das übergeordnete Ziel ist es, Kreislaufwirtschaft in der Kreuzfahrt systematisch weiterzuentwickeln: Materialien sollen möglichst lange genutzt, Abfälle reduziert und neue Wege für eine ressourcenschonende Schiffsinnenausstattung erschlossen werden. Die wissenschaftliche Bewertung schafft dafür eine Grundlage, um Umweltwirkungen besser einzuordnen und praxistaugliche Lösungen für die Branche abzuleiten.