Hongkong – diese vibrierende Hafenstadt, in der Stahl und Glas in den Himmel wachsen und zugleich die Erinnerung an Kolonialzeiten in Fassaden und Ritualen weiterlebt – ist einer der beliebtesten Kreuzfahrthäfen Asiens. Wenn sich die Schiffe durch die schimmernde Bucht schieben, zwischen Dschunken und Fähren, zwischen Skyline und Victoria Peak, dann scheint die Ankunft selbst bereits ein Ereignis zu sein. Und doch gibt es ein Erlebnis, das diese Ankunft krönt: ein Aufenthalt im The Peninsula Hong Kong, jenem Hotel, das seit fast einem Jahrhundert als Inbegriff fernöstlicher Grandezza gilt.
The Peninsula Hong Kong: die Grande Dame des Ostens
Als das Peninsula 1928 seine Türen öffnete, war es sofort ein Statement: „Das eleganteste Hotel östlich des Suez“ nannten es die Zeitungen. Damals war Hongkong noch ein Knotenpunkt der Dampfschifffahrt und das Haus empfing Händler, Diplomaten und Reisende aus aller Welt. Der britische Autor Somerset Maugham, Stammgast in Asien, brachte es auf den Punkt: „Das Peninsula ist kein Ort, an dem man lediglich nächtigt – es ist ein Ort, an dem man eine Welt betritt.“
Noch heute trägt das Gebäude mit seiner weißen Kolonialfassade diese Aura in sich. Hinter den Arkaden öffnet sich eine Lobby, die wie ein Theater wirkt: hohe Decken, Kolonnaden, goldene Gelassenheit. Es ist der Raum, in dem die Zeit langsamer zu fließen scheint – ein Phänomen, das nicht wenige Gäste als eigentliche Magie dieses Hauses beschreiben. 1994 kam ein Turm hinzu, der sich über die ursprüngliche Fassade erhebt, als sei er eine moderne Krone auf klassischem Haupt. Von hier oben öffnet sich ein Blick über Victoria Harbour, bei Nacht ein Feuerwerk aus Lichtern und Spiegelungen.
Rolls-Royce – Eleganz auf Rädern
Wenn das Peninsula ein Schauspiel ist, dann sind die Rolls-Royce Limousinen seine prächtigsten Requisiten. Bereits 1970 erwarb das Hotel eine eigene Flotte, heute die größte der Welt, lackiert im eigens geschaffenen Farbton „Peninsula Green“. Die Ankunft in einem dieser Wagen ist mehr als ein Transfer: Sie ist eine sanfte Regieanweisung. Die Türen schließen sich, die Stadt bleibt draußen, und man gleitet in eine andere Sphäre.

Ein Zuhause für Künstler und Ikonen
Das Peninsula ist nicht nur ein Hotel, sondern eine Bühne, die unzählige Geschichten hervorgebracht hat. Clark Gable und Elizabeth Taylor residierten hier, David Bowie beschrieb es als „Insel des Friedens mitten im Chaos von Hongkong“. Die Fotografin Annie Leibovitz nutzte das Haus für ihre Porträts und sagte: „Dieses Haus hat eine Seele. Man spürt sie in den Säulen der Lobby, in den Fluren, im Lächeln des Personals – das macht es zu einer unvergleichlichen Bühne.“ Und der Schauspieler Pierce Brosnan formulierte es so: „Wenn man ins Peninsula kommt, fühlt man sich nicht wie ein Gast – man fühlt sich wie ein Hauptdarsteller.“
Die berühmte Tea Time
Kaum etwas ist so sehr mit dem Peninsula verknüpft wie der Afternoon Tea. Jeden Nachmittag verwandelt sich die Lobby in einen Salon, in dem Hongkonger Damen in Pastelltönen, Geschäftsreisende im Maßanzug und Touristen aus aller Welt an kleinen Marmortischen Platz nehmen. Etageren mit Scones, Finger-Sandwiches und kunstvollen Patisserien werden aufgetragen, Teekannen blinken im Kerzenschein, ein Pianist spielt Melodien, die so sanft sind wie der Dampf, der aus den Porzellantassen steigt. Das Besondere: Man muss kein Hotelgast sein, um teilzunehmen.

Kulinarische Reisen
Doch das Peninsula ist weit mehr als Tee. Acht Restaurants und Bars laden auf eine Reise um die Welt. Das „Spring Moon“ ist eine Hommage an die feine kantonesische Küche, das „Gaddi’s“ serviert französische Haute Cuisine in einem Ambiente, das an Pariser Salons erinnert. Ein Highlight ist das „Felix“, entworfen vom französischen Avantgarde-Star Philippe Starck. Glas, Spiegel, Licht und ein atemberaubender Blick über den Hafen machen es zu einem Erlebnis für Augen und Gaumen.
So sehr Hongkong vibriert, so sehr verführt das Peninsula Spa zur Stille. Mit Panoramablick auf den Hafen, warmen Holztönen und fernöstlicher Gelassenheit ist es ein Refugium, in dem die Zeit fast verschwindet. Hier vereinen sich traditionelle chinesische Heilmethoden mit modernster Kosmetik. Es ist jener Luxus, den man nicht auf den ersten Blick sieht, der sich aber tief einprägt: die Rückgabe von Zeit und Ruhe.
Ein Ort des Ankommens
Vielleicht ist das eigentliche Geheimnis des Peninsula, dass es die Ankunft selbst zum Erlebnis macht. Ob man vom Schiff kommt, vom Flugzeug oder aus den Bergen Chinas – das Haus fängt seine Gäste auf wie eine sanfte Umarmung. Es ist nicht laut, nicht schrill, sondern subtil. Ein Luxus, der aus Ritualen besteht, aus Details, aus einem Personal, das nicht nur Wünsche erfüllt, sondern sie vorausahnt. Fast ein Jahrhundert nach seiner Eröffnung ist das Peninsula nicht einfach ein Hotel. Es ist ein lebendiges Denkmal, eine Ikone der Eleganz und ein Teil der Seele Hongkongs.

Für Kreuzfahrer ein Muss
Wer Hongkong als Start- oder Endpunkt einer Kreuzfahrt erlebt, sollte sich ein, zwei Nächte hier gönnen. Der Afternoon Tea wird zum ersten Kapitel oder zum letzten Nachklang der Reise, der Blick auf den Hafen ein Übergang zwischen Meer und Metropole. Es ist, als würde man nicht nur in Hongkong ankommen – sondern in einer anderen Zeit, in einer anderen Welt.
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