September 9, 2026

Mit der Seven Seas Splendor durchs Mittelmeer: Die Kunst des luxuriösen Reisens

Seven Seas Splendor Mittelmeer

September 9, 2026

Picasso an der Wand, Versace auf dem Tisch und der nächste Cocktail ist längst bezahlt: Auf einer Mittelmeer-Kreuzfahrt mit der Seven Seas Splendor von Regent Seven Seas Cruises entdecken wir Malta, Neapel und Rom – und lernen ganz nebenbei, dass wahrer Luxus manchmal darin besteht, einfach an Bord zu bleiben.

„Ist das nicht herrlich?“, fragt Sarah und hebt ihr Glas. „Lasst uns noch einen Champagner bestellen. Er wird nicht auf unserer Rechnung auftauchen.“

Wir sitzen im Chartreuse, dem französischen Spezialitätenrestaurant der Seven Seas Splendor, irgendwo zwischen einem kunstvoll angerichteten Hauptgang und der Erkenntnis, dass man sich an dieses Leben ziemlich schnell gewöhnen könnte. Sarah kommt aus den USA, ist Psychoanalytikerin und eingeschworener Regent-Fan. Natürlich hat sie längst ihre nächste Kreuzfahrt gebucht. Julie dagegen, die uns gegenübersitzt, lebt in Sydney und ist Kreuzfahrt-Novizin. Sie hängt an Sarahs Lippen, die gerne aus dem Nähkästchen plaudert.

Seven Seas Splendor Mittelmeer
Das französische Restaurant Chartreuse auf der Splendor.

 

„Als alleinreisende Frau gibt es nichts Angenehmeres als Kreuzfahrten“, schwärmt sie und verrät Julie auch gleich ihren persönlichen Regent-Trick: Wer allein reist und schnell Gesellschaft finden möchte, solle sich in den Restaurants einfach an einen größeren Tisch setzen lassen. „So habe ich auf unkomplizierte Art die nettesten Leute kennengelernt.“

Seven Seas Splendor: Luxuskreuzfahrt auf die sehr feine Art

Im Sommer kreuzen zahllose Schiffe durchs Mittelmeer. Doch nur wenige gehören jener kleinen Kategorie an, die sich Ultra-Luxus auf die Fahnen schreiben darf. Noch weniger haben echte Picassos und Mirós an den Wänden, Silberbesteck auf den Tischen und Geschirr von Versace. Auf der Seven Seas Splendor ist genau das Alltag.

Seven Seas Splendor Mittelmeer
Beim Dinner im Restaurant wartet Geschirr von Versace.

 

Maximal 750 Gäste finden in 375 Suiten Platz und jede einzelne verfügt über einen Balkon. Mehr als 4.300 Quadratmeter italienischer Marmor wurden auf dem Schiff verbaut. 216 Kristallleuchter schmücken Restaurants, Lounges und andere öffentliche Bereiche, weitere 119 hängen in den Suiten und 218 erhellen die Korridore. Man könnte Zahlen wie diese für ein wenig übertrieben halten. Aber nur, bis man an Bord kommt und alles mit eigenen Augen sieht.

Seven Seas Splendor Mittelmeer
Wie in einem Grandhotel dürfen sich die Gäste auf der Seven Seas Splendor fühlen.

 

 

Seven Seas Splendor Mittelmeer

Eine Kunstsammlung für fünf Millionen Dollar

Besonders stolz ist Regent auf die Kunstsammlung der Seven Seas Splendor. Rund fünf Millionen US-Dollar soll sie wert sein. Etwa 300 Werke von mehr als 200 Künstlern wurden über fast zwei Jahre zusammengetragen und in Suiten, Restaurants und öffentlichen Räumen platziert. Man könnte einen Seetag also durchaus damit verbringen, einfach durch das Schiff zu schlendern und Kunst anzusehen. Im Steakhouse Prime 7 begegnet man beispielsweise Pablo Picassos Lithografie „Le Taureau Noir“. Auch Joan Miró ist hier vertreten. Noch exklusiver wird es einige Decks höher.

Seven Seas Splendor Mittelmeer
Am Eingang zum Steakhouse Prime 7 hängt ein echter Picasso an der Wand.

Die Regent Suite: Schlafen neben einem Picasso

Sie liegt hoch oben über der Brücke und ist der unbestrittene Star unter den Suiten der Seven Seas Splendor: die Regent Suite. Mehr als 400 Quadratmeter misst sie inklusive ihrer riesigen Veranda. Sie besitzt zwei Schlafzimmer, zweieinhalb Bäder, einen privaten Spa-Bereich mit Sauna und Dampfbad sowie einen spektakulären Blick über den Bug. Im Hauptschlafzimmer hängt Picassos „Notre Dame de Vie“.

Direkt daneben steht ein Bett, über das man ebenfalls sprechen muss. Es stammt von der schwedischen Luxusmanufaktur Hästens, trägt den Namen Vividus und wurde eigens für die Suite handgefertigt. Wert: rund 200.000 US-Dollar. Ein Bett zum Preis eines Hauses – zumindest in manchen Gegenden. Und weil selbst das offenbar noch nicht reicht, erwartet Bewohner der Regent Suite ein Fläschchen Rémy Martin Louis XIII. Der legendäre Cognac gehört zu den kostbarsten Spirituosen der Welt und wird in seiner großen 0,7-Liter-Ausgabe in einem handgefertigten Kristalldekanter präsentiert. Je nach Händler und Edition werden dafür mehrere Tausend Euro verlangt. Für Gäste der Regent Suite sind Spa-Behandlungen unbegrenzt inklusive. Und natürlich gibt’s auch einen persönlichen Butler und einen Wagen mit Privatchauffeur in jedem Hafen. Ach ja: Wenn auch kein Schnäppchen, ist die Regent-Suite meistens ein Jahr im Voraus ausgebucht.

Seven Seas Splendor Mittelmeer
Auch nicht übel: Eine Deluxe Veranda Suite auf der Seven Seas Splendor.

 

Was ist bei Regent Seven Seas Cruises inklusive?

Für die meisten Gäste liegt der eigentliche Luxus der Seven Seas Splendor woanders: Man muss selten darüber nachdenken, was etwas kostet. Weine, Cocktails und zahlreiche andere Getränke sind ebenso im Reisepreis enthalten wie die Spezialitätenrestaurants. Auch Trinkgelder, WLAN und Valet-Wäscheservice gehören zum aktuellen All-inclusive-Konzept von Regent. Und vor allem: Eine ziemlich umfangreiche Auswahl an Landausflügen ist ebenfalls bereits enthalten. Wer im Chartreuse französisch speisen, im Pacific Rim auf kulinarische Asienreise gehen oder im Prime 7 ein Steak bestellen möchte, bezahlt dafür keinen Aufpreis. Eine Reservierung empfiehlt sich trotzdem – am besten bereits vor der Reise.

Seven Seas Splendor Mittelmeer
Das Pooldeck der Seven Seas Splendor.

 

Ein Seetag auf der Seven Seas Splendor

Nach dem Einschiffen in Athen folgt ein Seetag. Zum Glück. Denn nun haben wir Zeit, unser schwimmendes Zuhause genauer kennenzulernen. Es sind die Details, an denen man hängen bleibt. Die großzügigen Räume, die Kunst, der Service, der präsent ist, ohne aufdringlich zu wirken. In den Restaurants herrscht jene angenehme Ruhe, die auf großen Kreuzfahrtschiffen längst nicht selbstverständlich ist. Natürlich spielt das Essen eine Hauptrolle. Luxus, so könnte man auf der Splendor lernen, lässt sich schließlich hervorragend auf Tellern servieren.

Seven Seas Splendor
Eingang zum Restaurant Pacific Rim.

 

Executive Chef auf der Seven Seas Splendor ist Daniel Ledo Trujillo. Der Spanier, der bereits in zahlreichen 5-Sterne-Hotels überall auf der Welt gearbeitet hat, befehligt ein Küchenteam von 130 Personen. Das Lieblingsessen der Gäste an Bord? – „Das kann man schlecht sagen, aber Beef Wellington wird gerne nachgefragt“, so Trujillo.

Malta – und die Geschichte von Faith, Hope and Charity

Während irgendwo hinter dem Horizont bereits Malta wartet, könnte man beinahe vergessen, dass diese Reise überhaupt noch Häfen braucht. Beinahe, denn die Einfahrt nach Valletta am frühen Morgen ist viel zu schön, um sie zu verpassen. Goldgelb leuchten die gewaltigen Festungsmauern in der Sonne, das Wasser glitzert tiefblau darunter, Kuppeln und Kirchtürme erheben sich in den Himmel. Schon die Ankunft ist ein Erlebnis. Und wir sind vorbereitet. Dafür hat Bridget Buxton gesorgt, neuseeländische Althistorikerin, Unterwasserarchäologin  und während dieser Kreuzfahrt Lektorin an Bord.

Malta
Wunderschön: Die Einfahrt in den Hafen von Valetta am frühen Morgen.

 

Buxton ist Wissenschaftlerin und Abenteurerin zugleich. Sie nahm an Tauch-Expeditionen zum Wrack der Titanic teil und versteht es, Geschichte so zu erzählen, dass man am liebsten sofort aufbrechen möchte. Vor unserer Ankunft auf Malta erzählt sie von Faith, Hope and Charity. Die drei Gloster Gladiator wurden 1940 zu Legenden. Als Malta im Zweiten Weltkrieg von der italienischen Luftwaffe angegriffen wurde, bildeten die veralteten Doppeldecker zeitweise die gesamte einsatzfähige Jagdflugzeugverteidigung der Insel. Drei kleine Flugzeuge gegen eine Übermacht. Schon ihre Namen klingen, als hätte jemand sie für einen Hollywoodfilm erfunden: Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe. Von den legendären Flugzeugen blieb leider nur der Rumpf von Faith erhalten. Nach einer kleinen Bootsrundfahrt durch Maltas spektakulären Hafen steht unser Plan deshalb fest. Wir machen uns auf den Weg, um Faith unsere Aufwartung zu machen.

Seven Seas Splendor Mittelmeer
Die Seven Seas Splendor in Malta.

 

Malta Splendor
Pittoresk: Gasse auf Malta.

Wenn der Ätna in der Nacht glüht

Spät am Abend  fährt die Splendor an Sizilien vorbei. Eigentlich könnte dieser Tag längst beendet sein. Noch ein Drink vielleicht, dann ab ins Bett. Doch plötzlich stehen Menschen an Deck und schauen in die Dunkelheit. Der Ätna ist wieder aktiv, wir hatten es schon in den Nachrichten gehört. Der Vulkan zeichnet sich nur schemenhaft gegen den Nachthimmel ab. Doch weit oben glüht Lava rot in der Finsternis. Für ein paar Minuten wird es still. Kein Picasso, kein Kristallleuchter und kein 200.000-Dollar-Bett kann mit einem Vulkan konkurrieren, der in einer warmen Mittelmeernacht Feuer spuckt.

Neapel: Pompeji oder lieber Sorrent?

Am nächsten Morgen wartet Neapel. Und damit ein Problem: Was anschauen, wenn es viel zu viel anzuschauen gibt?  Etliche Gäste zieht es nach Pompeji. Noch immer geben Ausgrabungen und neue Forschungen faszinierende Einblicke in das Leben jener Stadt, die im Jahr 79 beim Ausbruch des Vesuvs verschüttet wurde. Auch darüber hatte Bridget Buxton einen eindrucksvollen Vortrag gehalten.  Uns zieht es jedoch Richtung Sorrent und an die Amalfiküste. Zitronenbäume, steile Felsküsten, Villen über dem Meer, leckeres Eis  und jene legendären Orte, an denen schon Filmstars und andere VIPs Urlaub machten – stets verfolgt von den Kameras der Paparazzi.

Sorrent
Typisch italienisches Lebensgefühl erwartet Gäste in Sorrent an der Amalfiküste.

 

Rom bei 36 Grad? Wir treffen eine andere Entscheidung

Am folgenden Morgen liegt die Seven Seas Splendor in Civitavecchia. Rom ist zum Greifen nah. Kolosseum. Petersdom. Forum Romanum. Trevi-Brunnen. Pantheon. Piazza Navona. Man könnte acht Stunden lang durch eine der faszinierendsten Städte der Welt laufen. Nur zeigt das Thermometer 36 Grad im Schatten … Wir treffen eine Entscheidung, die man erstmal kurz vor sich selbst rechtfertigen muss. Wir fahren nicht nach Rom. Wir bleiben auf der Splendor. Und schon nach einer Stunde sind sämtliche Gewissensbisse verschwunden.

Seven Seas Splendor Mittelmeer
Den Infinity-Pool am Heck der Splendor ganz für sich allein zu haben? – Einfach genial!

 

Während sich ein Großteil der Gäste auf den Weg in die Ewige Stadt gemacht hat, gehört das Schiff plötzlich fast uns allein. Die Flure sind still. Auf den Außendecks herrscht absolute Ruhe. Der Tag beginnt mit einer Massage im Serene Spa. Danach gleiten wir in den Infinity Pool am Heck. Meditative Musik. Warmes Wasser und hinter uns das Meer.

Seven Seas Splendor Mittelmeer
Wenn fast alle Gäste auf einem Landgang unterwegs sind, hat man das Schiff nahezu für sich allein.

 

Seven Seas Splendor Mittelmeer
Manchmal ist so ein Moment sogar besser als ein Bummel durch Rom.

 

Keine Menschenschlange vor dem Kolosseum. Kein Asphalt, der bei 36 Grad die Hitze zurückwirft. Nur Wasser, Himmel und dieses wunderbare Gefühl, ausnahmsweise einmal nirgendwohin zu müssen. Irgendwann am Nachmittag tauchen Sarah und Julie auf. Beide lassen sich auf den Liegen nieder und bestellen Cocktails. Wir stoßen miteinander an, während hinter dem Heck der Seven Seas Splendor das Mittelmeer in der Sonne glitzert Vielleicht ist das der wahre Luxus auf See: die Freiheit, an einem heißen Sommertag vor Rom zu liegen – und ganz ohne schlechtes Gewissen zu beschließen, dass man heute bereits genau dort ist, wo man sein möchte.

Text: Susanne Müller

Fotos: Susanne Müller und Regent Seven Seas

Seven Seas Splendor auf einen Blick

Reederei: Regent Seven Seas Cruises
Gäste: maximal 750
Suiten: 375, alle mit Balkon
Highlight: Regent Suite mit mehr als 400 Quadratmetern inklusive Veranda
Kunstsammlung: rund 300 Werke von mehr als 200 Künstlern, Wert rund 5 Millionen US-Dollar
Kulinarik: mehrere Restaurants, Spezialitätenrestaurants ohne Aufpreis
Inklusive: unter anderem zahlreiche Landausflüge, Getränke, Spezialitätenrestaurants, Trinkgelder, WLAN und Valet-Wäscheservice
Besonderheit: mehr als 4.300 Quadratmeter italienischer Marmor und über 500 Kronleuchter an Bord

Infos: www.rssc.com und in Reisebüros.

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