Unterwegs auf dem falschen Dampfer: Die dreiwöchige Kreuzfahrt im Südpazifik konnte das Duo – mit Ausnahme eines dienstlichen Auftritts in Form einer Lesung – wie die mitreisenden Passagiere in vollen Zügen genießen. Dass es während einer solchen Törns kleinere und größere Katastrophen vom Sonnenbrand bis zu Eifersüchteleien gibt, überrascht den reiseerfahrenen Leser nicht. Und er registriert, dass auch Jutta und Bruno, die abwechselnd über ihre Erlebnisse an Bord und bei Landausflügen in Ich-Form, manchmal augenzwinkernd, berichten, ganz wie Normalos da durch müssen. Mal wollen die Zwei übrigens von den Passagieren nicht erkannt werden, dann doch wieder. Typisch Schauspieler!? Zurück zum Schiff, das hier „Poseidon“ heißt. Tatsächlich ist es wohl die „Deutschland“, denn an Bord des TV-Traumschiffs weilte das Paar just in der Zeit, als die in ihrem Buch erwähnte, „soeben geschehene“ „Costa Concordia“-Katastrophe die Welt bewegte. Aber es wird an anderer Stelle auch ein Schiff beschrieben, das dann mit 60.000 Tonnen vermessen ist, 200 Meter lang, 30 Meter breit und Platz für über 250 Gäste in 150 Kabinen verfügt. Sorry, diese Angaben passen zu keinem Ferienliner. Die Frage bleibt also unbeantwortet, um welchen falschen Dampfer es sich hier tatsächlich handelt. Die meisten Leser wird das nicht interessieren, sie wollen nur unterhalten werden. Und da sind sie mit diesem Taschenbuch auf dem richtigen Dampfer. Tö
„Ahoi, Amore! Unterwegs auf dem falschen Dampfer“, 240 Seiten, 8,99 Euro. Erschienen im Ullstein Verlag.