Klamauk, Kalauer, Kinderspiele – und nur wenig Schiff: Simples Strickmuster: In beiden Serien, also RTL II und ARD, mussten beziehungsweise müssen Pärchen in den Altersgruppen irgendwo zwischen 20 und 50 mit Spielchen und bei Prüfungen Punkte sammeln. Typische Aufgaben: Schnelles An- und Ausziehen, Einkauf von landestypischen Spezialitäten, den Pfadfinder machen, Sehenswürdigkeiten erkennen und sich merken, Walzer-Tanzen oder das Nachkochen eines Fischgerichtes. Knallharte Regeln. Wer von den Kandidaten schwächelt, wird gnadenlos abgestraft. Nach jeder Runde muss das jeweilige Verliererpaar unverzüglich von Bord – und tschüß, das war’s. Da fließen dann auch schon mal Tränen. Nur die Sieger nach Punkten bleiben die ganze Zeit an Bord. Zum Finale wird auf den Planken des TUI-Schiffes das Paar vom Kapitän getraut. Dazu eine Feier mit allem Drum und Dran
Leider spielte der, wie wir finden, attraktive Ferienkreuzer „Mein Schiff“ in der ARD-Spielshow nur eine Nebenrolle. Den Kurs bestimmten ausschließlich Klamauk, Kalauer & Kinderspiele. Unterhaltung mit Null-Tiefgang – man möchte wieder einmal die TV-Zwangsgebühren einbehalten. Nein, wir schiffen uns nicht noch einmal ein.
Offenbar blieben bereits bei dieser Premierenfahrt viele Zuschauer weg. Wie wir im Meedia Newsletter lesen („Hochzeitsschiff in schwerer Quotennot“), wurden 2,73 Millionen Seh-Leute gezählt, was einem Marktanteil von 8,2 Prozent entsprach. Die ARD hatte offenbar mit sehr viel mehr gerechnet. Wie wohl auch RTL II mit der so verblüffend ähnlich gemachten Serie „Kreuzfahrt-König“. Bei dem Privatsender wurde dieses „Themenreise“ schnell wieder im Fahrplan gestrichen. Schau’n wir mal, wie die ARD-Schiffsleitung entscheidet.
Peter Tönnishoff