MSC Cruises und die Meyer Werft haben eine wegweisende Vereinbarung über den Bau von vier Kreuzfahrtschiffen der nächsten Generation unterzeichnet, mit Optionen auf zwei weitere Einheiten. Mit diesem Großauftrag startet die neue Schiffsklasse New Frontier, die ab 2030 jährlich abgeliefert werden soll. Die Schiffe werden Platz für bis zu 5.400 Passagiere bieten und eine Bruttoraumzahl von rund 180.000 erreichen. Der Großauftrag sichert dem angeschlagenen deutschen Schiffsbauer volle Auslastung bis 2035. Insgesamt hängen mehr als 20.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Betrieb der Werft ab. Die Bekanntgabe erfolgte im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin durch Ministerin Katherina Reiche und den niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies sowie den Aufsichtsratsvorsitzenden von MSC Cruises, Pierfrancesco Vago, und den Geschäftsführer der Meyer Werft, Bernd Eikens. Bund und Land hatten im vergangenen Jahr jeweils 40 Prozent der finanziell angeschlagenen Werft übernommen und das Traditionsunternehmen damit gerettet. 20 Prozent der Anteile hält die Werftfamilie Meyer.
Die Kooperation ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Erstmals vergibt MSC Cruises Neubauten an die Meyer Werft im niedersächsischen Papenburg. Bislang ließ die Reederei ihre Kreuzfahrtschiffe ausschließlich bei Fincantieri in Italien sowie bei Chantiers de l’Atlantique in Saint-Nazaire bauen, wo aktuell auch die World-Klasse entsteht. Die Entscheidung für die Meyer-Werft markiert damit einen strategischen Schritt in der weiteren Expansion der Flotte. In Papenburg wiederum setzen die nautischen Rahmenbedingungen der Ems-Ausfahrt natürliche Grenzen für die Größe der Schiffe. Mit rund 180.000 BRZ positionieren sich die Neubauten in etwa auf dem Niveau der Meraviglia-Klasse und etwas unterhalb der World-Klasse, die bei 216.000 BRZ liegt. MSC setzt damit bewusst nicht auf neue Gigaliner, sondern auf eine Schiffsklasse, die Spielraum für neue Konzepte, Routen und Bordangebote eröffnen dürfte. Details zum Design und zur inhaltlichen Ausrichtung der neuen Klasse stehen allerdings noch aus. Zentraler Fokus liegt aber auf innovativen Umwelttechnologien. MSC Cruises verfolgt mit der ‘New Frontier’-Plattform das Ziel, das Kreuzfahrterlebnis weiterzuentwickeln und zugleich den Weg in Richtung Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu ebnen. Neben den vier nun bestellten und zwei optionierten Schiffen bestehen bereits zehn Bauaufträge der MSC Group: sechs für MSC Cruises bei Chantiers de l´Atlantique in Frankreich und vier für Explora Journeys bei Fincantieri.