Ein Einstieg des Bundes und des Landes Niedersachsen bei der existenzbedrohten Papenburger Meyer-Werft wird immer wahrscheinlicher. Konkret sollen Bund und Land nicht nur für jeweils 900 Millionen Euro bürgen, sondern auch mit jeweils 200 Millionen Euro direkt bei der Meyer Werft einsteigen. Da das Unternehmen mit Standorten in Papenburg und Rostock sowie einigen Tochterfirmen und Werften im Ausland aber nur noch einen inneren Wert von 444 Millionen Euro haben soll, würden Bund und Land bei einem Einstieg faktisch 90 Prozent der Werftanteile übernehmen. Aus einem Familienbetrieb mit mehr als 200-jähriger Tradition würde dann ein Staatskonzern werden.
Zuvor hatte die Meyer Werft den höchsten Auftragswert in ihrer Geschichte an Land gezogen. Die Papenburger werden vier Schiffe für Disney Cruise Line bauen. Das Quartett soll zwischen 2027 und 2031 ausgeliefert werden. Die Schiffsnamen, das Design und die Reiserouten wurden noch nicht bekanntgegeben. Durch den Großauftrag wächst die Flotte von Disney Cruise Line auf 13 Schiffe an. Das Auftragsbuch der Meyer Werft umfasst nun zehn Kreuzfahrtschiffe, ein Forschungsschiff sowie den Stahlbau von vier Offshore-Plattformen, hat einen Wert von mehr als elf Millionen Euro und reicht bis 2031. Aktuell befinden sich zwei Disney-Kreuzfahrtschiffe bei Meyer im Bau: Noch in diesem Jahr geht die Disney Treasure auf Jungfernfahrt, 2025 sticht dann die Disney Destiny erstmals in See.