Mai 12, 2026

Kreuzfahrtschiff Hondius und der Hantavirus-Ausbruch: Passagiere zurück in der Heimat

Hondius Hantavirus

Mai 12, 2026

Der Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ sorgt weiterhin für große Aufmerksamkeit bei den Gesundheitsbehörden – und bei Kreuzfahrern weltweit. Inzwischen wurde auch ein Spanier positiv auf das Virus getestet. Vier deutsche Passagiere sind mittlerweile in ihre jeweiligen Heimatregionen zurückgekehrt.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt die Zahl der bekannten Fälle inzwischen bei elf. Neun Personen wurden bereits positiv auf das Virus getestet, darunter auch ein Spanier, der derzeit in einem Militärkrankenhaus in Madrid unter Quarantäne steht.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erneut, dass das Risiko einer größeren internationalen Ausbreitung aktuell als gering eingeschätzt werde. Dennoch könne nicht ausgeschlossen werden, dass in den kommenden Wochen weitere Infektionen festgestellt werden. „Unsere Arbeit ist noch nicht abgeschlossen“, betonte Tedros laut der „Tagesschau“.

Der Kapitän der „Hondius“, Jan Dobrogowski, bedankte sich zuvor in einer Videobotschaft bei Passagieren und Besatzung für ihre „Geduld, Disziplin und Freundlichkeit“. Die vergangenen Wochen seien äußerst belastend gewesen. Gleichzeitig hätten die Menschen unter schwierigen Bedingungen viel Zusammenhalt, Fürsorge und Stärke gezeigt.

Evakuierung abgeschlossen

Das Schiff war am Sonntag im Hafen von Granadilla im Süden Teneriffas angekommen. Unter besonderen Sicherheitsmaßnahmen wurden die Menschen an Bord mit Sonderflügen in ihre Heimatländer gebracht. Die Evakuierung wurde am Montagabend abgeschlossen. Anschließend setzte die „Hondius“ ihre Fahrt mit einer reduzierten Besatzung in Richtung Niederlande fort.

Weltweit existieren verschiedene Arten von Hantaviren. Auf der „Hondius“ wurde das südamerikanische Andesvirus nachgewiesen. Wie andere Hantaviren wird es in der Regel durch Nagetiere übertragen, etwa über Kotpartikel in aufgewirbeltem Staub. In seltenen Fällen sind bei diesem Virustyp jedoch auch Übertragungen von Mensch zu Mensch möglich, insbesondere bei engem und längerem Kontakt.

Die WHO empfiehlt nun eine strenge Beobachtung möglicher Kontaktpersonen bis zum 21. Juni. In Deutschland befindet sich unter anderem ein Passagier aus dem Raum Berlin in häuslicher Isolation. Auch für eine Person aus Sachsen wurde eine sechswöchige Quarantäne angeordnet.

Bei den vier Passagieren, die am Montag nach Deutschland zurückgebracht wurden, traten zunächst keine Symptome auf. Das Bundesgesundheitsministerium teilte mit, dass die Kontaktpersonen in den kommenden Wochen engmaschig überwacht würden. Eine weitere Person aus Niedersachsen hält sich derzeit im Ausland auf und steht dort unter Beobachtung der örtlichen Gesundheitsbehörden. Nach bisherigen Erkenntnissen hat sich diese Person offenbar nicht infiziert.

Foto: Oceanwide Expeditions

Ihnen hat der Artikel gefallen? Dann jetzt teilen auf Facebook, LinkedIn und X