Die Jungfern- und „Probefahrt“ der „Queen Elizabeth“, grau gestrichen und ohne Passagiere, von der schottischen Werft in Clydebank nach New York, war eine Nacht-und-Nebel-Aktion – der Zweite Weltkrieg hatte begonnen. In den wirren Jahren diente die sehr schnelle „Queen Elizabeth“ wie auch ihre etwas kleinere und ältere Halbschwester „Queen Mary“ als Truppentransporter. Beide Schiffe kamen unbeschadet durch den Krieg und konnten danach auf ihrer Stammroute Southampton-New York eingesetzt werden. Bis Ende der 1960er Jahre. Nach 908 Atlantiküberquerungen kam 1969 das Aus für den Liniendienst der „Queen Elizabeth“. Ihre neue Aufgabe als Hotel, Museum und Konferenzzentrum in Florida sollte bereits nach kurzer Zeit erfolglos enden. Der chinesische Geschäftsmann C.Y.Tung erwarb danach das Riesenschiff mit dem Plan, es in eine schwimmende Universität umzubauen. Bei diesen Arbeiten in Hongkong im Januar 1972 geriet der bereits in „Seawise University“ umbenannte Liner unter mysteriösen Umständen in Brand und kenterte schließlich. Tragisches Ende eines Klassikers. In dem James Bond-Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“ diente das Wrack noch als verdecktes Hauptquartier des britischen Geheimdienstes. Danach wurde es vor Ort verschrottet.
Sechs Jahrzehnte war die „Queen Elizabeth“ das weltgrößte Passagierschiff, und es sah lange so aus, als würde dieser Rekord nie gebrochen werden. 2006 dann aber doch, wie eingangs erwähnt. Und mittlerweile wurde sogar die 200.000-Tonnen-Marke geknackt mit Indienststellung der „Oasis of the Seas“. Insgesamt sind es nun sogar mehr als 50 Passagierschiffe, die die „Queen Elizabeth“ von 1938 größenmäßig übertreffen. Nein, das hätte sich lange keiner vorstellen können.
Tö.