Während Hamburg als Hafen für die Hochseekreuzfahrt längst in der obersten Liga spielt und rund 1,5 Millionen Gäste empfängt, fristete die Flusskreuzfahrt an der Elbe bislang eher ein Nischendasein. Das soll sich nun ändern: Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen haben in der Hamburger Bürgerschaft eine Initiative gestartet, um die Hansestadt als attraktiven Start-, Ziel- und Zwischenhafen für Flussschiffe zu etablieren. Dahinter steht die Strategie, den Tourismus in Hamburg qualitativ weiterzuentwickeln. Laut Arne Platzbecker, Tourismusexperte der SPD, seien Flusskreuzfahrtgäste eine äußerst attraktive Zielgruppe für die Destination. Sie gelten als kulturinteressiert, verweilen oft länger in der Stadt und weisen eine überdurchschnittliche Wertschöpfung in den Bereichen Gastronomie, Einzelhandel und Kultur auf. Ein entscheidender Vorteil: Die Flusskreuzfahrt ist weniger saisonabhängig. Davon erhofft sich die Politik eine Belebung der Innenstadt auch in der Nebensaison, ohne die touristischen Hotspots in den Sommermonaten zusätzlich zu überlasten. Um den Anschluss an die europäischen Mitbewerber zu finden, fordert die Politik nun die Identifizierung geeigneter Standorte für moderne Anleger in Innenstadtnähe. Die Anforderungen sind klar definiert: Fußläufige Erreichbarkeit der City, direkte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, Landstromanschlüsse sowie strenger Lärm- und Emissionsschutz.
Insbesondere die Grünen betonen, dass der Ausbau der Infrastruktur im Einklang mit der Umwelt und den Anwohnern erfolgen muss. „Wir setzen bei der Planung konsequent auf Landstromnutzung“, unterstreicht Dominik Lorenzen von den Grünen. Damit würde sich Hamburg als zukunftsorientierte Destination positionieren, welche die hohen ökologischen Standards moderner Flussreisen erfüllen will. Für Reedereien und Veranstalter bedeutet dieser Vorstoß mittel- und längerfristig eine potenzielle Erweiterung des Portfolios in Hamburg, weg vom reinen Transithafen hin zu einer verstärkten Einbindung der Stadt in Elbe-Routen.