Am 13. Juli ist es wieder so weit: Die ostkanadische Provinz Québec feiert den Nationalen Leuchtturmtag (Journée nationale des phares). An diesem Tag stehen die historischen Leuchttürme entlang des Sankt-Lorenz-Stroms im Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen, doch auch abseits dieses Datums lohnt sich ein Besuch dieser stillen Wächter der Küste das ganze Jahr über, vor allem in den Sommermonaten.
Der Leuchtturmtag würdigt die Geschichte und Bedeutung der Leuchttürme am Sankt-Lorenz-Strom. Ziel des Aktionstags ist es, auf diese eindrucksvollen Bauwerke aufmerksam zu machen und das Bewusstsein für laufende Restaurierungs- und Erhaltungsprojekte zu schärfen, damit auch künftige Generationen die imposanten Türme erleben können.
Zehn Leuchttürme, zehn Geschichten
Entlang der Ufer des Sankt-Lorenz-Stroms reihen sich auf der Leuchtturm-Route zahlreiche traditionelle Leuchttürme, von denen einige noch heute in Betrieb sind, während andere zu Museen oder ungewöhnlichen Unterkünften umgebaut wurden.
Zu den bekanntesten zählen unter anderem:
- Pointe-à-la-Renommée (Gaspésie): Der 1880 errichtete und 1907 durch einen Stahlturm ersetzte Leuchtturm wurde 1997 dank einer Bürgerinitiative an seinen Ursprungsort zurückgebracht. Heute beherbergt das historische Gelände auch Nordamerikas erste Seefunkstation.
- Cap-des-Rosiers (Gaspésie): Mit 37 Metern der höchste Leuchtturm Kanadas, erbaut 1858 als Reaktion auf zahlreiche Schiffsunglücke. Er gilt als Tor zum Nationalpark Forillon und ist ein beliebter Ort zur Walbeobachtung.
- Cap-de-la-Madeleine (Gaspésie): Erbaut 1907, mit Panoramablick auf den Fluss und angeschlossenem Museum zur Geschichte von Leuchtturm, Papiermühle und Lachszucht.
- Île Verte (Bas-Saint-Laurent): Der älteste Leuchtturm am Sankt-Lorenz-Strom, erbaut 1809. Besucher können dort sogar im ehemaligen Haus des Leuchtturmwärters übernachten.
- Pointe-au-Père (Bas-Saint-Laurent): Errichtet 1909, beeindruckt mit seiner achteckigen Stahlbetonkonstruktion und bietet von 33 Metern Höhe einen spektakulären Ausblick. Auf dem angrenzenden Areal kann zudem das U-Boot Onondaga und die vor der Küste gesunkene Empress of Ireland besichtigt werden.
- Îles du Pot à l’Eau-de-Vie (Bas-Saint-Laurent): Der 1861 errichtete Leuchtturm mit angeschlossener Wohnstätte war während der Prohibition Schauplatz von Alkoholschmuggel und ist heute per Flusskreuzfahrt erreichbar.
- Cap-de-Bon-Désir (Côte-Nord): Heute Teil des Interpretationszentrums des Meeresparks Saguenay–Saint-Laurent und ein hervorragender Ort, um Wale, Robben und Seevögel zu beobachten.
- Pointe-des-Monts (Côte-Nord): Erbaut 1830, mit charakteristischen roten Streifen; Übernachtungen sind hier ebenfalls möglich.
- Matane (Gaspésie): Der 1907 erbaute, 20 Meter hohe Turm wurde zu einem Touristeninformationszentrum mit maritimer Ausstellung umgebaut.
- L’Anse-à-la-Cabane (Îles-de-la-Madeleine): Zwischen 1870 und 1871 erbaut und bis 2011 in Betrieb, ist er Teil des Parc patrimonial William-Cormier.
Sommer am Wasser erleben
Ob für einen kurzen Zwischenstopp oder eine Übernachtung mit Blick aufs Meer: Die Leuchttürme entlang des Sankt-Lorenz-Stroms laden dazu ein, salzige Meeresluft zu schnuppern, Vogelgesang und Wellenrauschen zu lauschen und mit etwas Glück Wale zu beobachten. Viele der Standorte verbinden Naturerlebnis mit Geschichte und sind über malerische Küstenstraßen erreichbar.
Weitere Informationen zu allen Leuchttürmen Québecs sowie Tipps für die eigene Leuchtturm-Tour finden sich unter: https://www.bonjourquebec.com/en-gb/blog/must-see/10-iconic-lighthouses-to-visit-in-quebec