Was für ein Morgen – aufwachen, auf den Balkon unseres Kreuzfahrtschiffes (in diesem Fall die Amera von Phoenix Reisen) treten und auf die türkisfarbene Lagune von Bora Bora in der Südsee blicken. Fast liegt die Insel wie eine Fata Morgana vor uns. Über dem glitzernden Wasser erhebt sich majestätisch der gezackte Gipfel des Mont Otemanu, eingerahmt von einem schier unwirklichen Farbenspiel aus Blau- und Grüntönen. Schon beim ersten Blick versteht man, warum Bora Bora als Inbegriff des Südseeparadieses gilt. Und warum einige Gäste diese Kreuzfahrt hauptsächlich wegen dieser Insel gebucht haben.

Bora Bora: Eine Insel wie gemalt
Unser Schiff liegt im Hafen von Vaitape auf Reede, dem kleinen, entspannten Hauptort der Insel. Von dort startet unsere Rundfahrt mit dem lustigen Guide Kevin einmal um Bora Bora herum, entlang einer schmalen Küstenstraße, die Lagune, Palmen und traditionelle Holzhäuser miteinander verbindet.
Es duftet nach den Tiaré-Blüten hinter unseren Ohren (ein kleines Gastgeschenk…), Kevin erzählt Anekdoten seiner Heimat und immer wieder öffnen sich Ausblicke auf die berühmte Lagune, in der sich das Sonnenlicht wie flüssiges Silber spiegelt. Kleine Motus – palmengesäumte Koralleninseln – liegen wie ein schützender Kranz um Bora Bora und bewahren die ruhige, warme Lagune vor dem offenen Pazifik.
Spuren der Geschichte: Die Amerikaner im Paradies
So friedlich die Insel heute auch wirkt , einst war sie strategisch wichtig. Während des Zweiten Weltkriegs errichteten die USA hier im Rahmen von „Operation Bobcat“ einen Militärstützpunkt. Tausende Soldaten waren stationiert, es entstanden Flugfelder, Treibstofflager und Geschützstellungen.
Der heutige Flughafen von Bora Bora befindet sich auf einem dieser ehemaligen Militärstützpunkte. Er gilt als Relikt aus jener Zeit, als das Paradies plötzlich Teil der großen Weltpolitik wurde. Bis heute kann man auf der Insel vereinzelte Überreste der Kanonenstellungen entdecken, die still zwischen Palmen und Hibiskussträuchern vor sich hin rosten.
Hollywood in der Lagune
Doch Bora Bora wurde nicht nur militärisch entdeckt, auch das Kino verliebte sich in diese Kulisse. Besonders bekannt wurde die Insel durch den Film Hurricane, der die dramatische Schönheit der Südsee weltweit ins Bewusstsein rückte. Später diente Französisch-Polynesien und damit auch die Region um Bora Bora immer wieder als Sehnsuchtsort für Filmproduktionen und Fotografen. Die Mischung aus rauer Vulkanlandschaft, smaragdgrüner Vegetation und leuchtender Lagune wirkt wie eine natürliche Filmkulisse.

Treffpunkt der Reichen und Schönen
Mit dem Aufkommen des internationalen Tourismus in den 1960er und 70er Jahren entdeckten Prominente, Unternehmer und Royals das Eiland. Seitdem gilt es als einer der exklusivsten Rückzugsorte der Welt. Hier trifft man Filmstars, Tech-Milliardäre oder Hochzeitsreisende auf der Suche nach dem ultimativen Traumziel.
Overwater-Bungalows mit Glasböden
Legendär sind die luxuriösen Overwater-Bungalows – Pavillons auf Stelzen direkt über der Lagune – mit Glasböden, privaten Sonnendecks und direktem Zugang ins warme Wasser. Der Blick vom eigenen Steg auf den Mont Otemanu gehört zu den ikonischsten Urlaubsmotiven der Welt.

Zu den renommierten Hotelmarken zählen unter anderem:
Four Seasons Resort
The St. Regis Resort
Conrad Nui
InterContinental Resort & Thalasso Spa
Preisbeispiel: Four Seasons Resort, eine Übernachtung pro Person: 2410 Euro. Die Bungalows im InterContinental kosten ab ca 600 Euro pro Übernachtung.
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Der längste öffentliche Strand
Ein besonderes Highlight unserer Rundfahrt ist der Matira Beach, der längste öffentliche Strand der Insel. Feiner, weißer Sand, der sanft ins flache, kristallklare Wasser übergeht. Keine Hotelbarrieren, kein exklusiver Zugang – nur Palmen, Lagune und das Gefühl, an einem der schönsten Strände der Welt zu stehen. Hier verbringen wir ein paar Stunden im warmen Sand, schwimmen im glasklaren Pazifik und blicken hinaus auf das Farbenspiel des Meeres.

Abschied mit Sehnsucht
Als unser Schiff am frühen Abend wieder Kurs auf den offenen Pazifik nimmt, färbt die Sonne Himmel und Wasser in Rosa- und Goldtöne. Bora Bora verschwindet langsam am Horizont. Wir lassen die Insel hinter uns, doch unsere Gedanken bleiben noch lange dort: irgendwo zwischen Mont Otemanu und der stillen Weite der Lagune.
Text & Fotos: Susanne Müller

Infos Bora Bora:
Lage: Südlicher Pazifik, Teil von Französisch-Polynesien. Etwa 260 km nordwestlich von Tahiti.
Einwohner: Rund 10.000
Sprache: Französisch & Tahitianisch
Klima & Wetter: tropisches Klima ganzjährig, Durchschnittstemperatur 26–30 °C, Wassertemperatur 26–29 °C, Trockenzeit (beste Reisezeit): Mai bis Oktober. Viel Sonne, geringere Luftfeuchtigkeit, etwas „kühler“ (ca. 26–28 °C). Regenzeit: November bis April. Dann ist es wärmer, schwüler, kurze, kräftige Tropenschauer sind möglich.
Anreise von Deutschland: Flug von Deutschland nach Papeete (Tahiti): ca. 20–24 Stunden reine Flugzeit. Weiterflug von Tahiti: ca. 50 Minuten Inlandsflug (oder Fähre). Gesamt-Reisezeit inkl. Umsteigen: meist 24–30 Stunden.
Preisniveau: Sehr hoch. Die Insel zählt zu den exklusivsten Reisezielen der Welt. Luxusresorts dominieren, Individualreisen sind möglich, aber selten günstig.
Hier geht’s zu einem Artikel über die Südseeinsel Nuku Hiva.
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