Irlands Blueways führen auf neuen Routen durch herrliche Natur und kleine Orte – perfekt zum Entschleunigen per pedes, Bike oder (Haus-)Boot. Der Begriff Blueways , also „blaue Wege“, mag in anderen Ländern nicht so gebräuchlich sein, wohl aber auf der grünen Insel . Darunter verstehen die Iren gut erschlossene Routen über Flüsse, Kanäle und Seen, die zum Paddeln, Kanufahren oder Stand-Up-Paddling einladen und überdies parallel oft attraktive Uferwege zum Spazieren und Radfahren aufweisen. Die alles andere als stark frequentierten Routen, die „off the beaten tracks“ einen entspannten Zugang zu idyllischen Dörfern, historischen Stätten und unberührter Natur ermöglichen, sind sicher, leicht zugänglich und für Einsteiger ebenso geeignet wie für erfahrene Outdoor-Fans.
Irlands Blueways: Neu seit dem Frühjahr 2026
Das Konzept kommt bestens an, das Netz wird ständig ausgebaut. So kommen im Frühjahr 2026 zwei neue offizielle Blueways zu den bestehenden vier dazu. Der Enniskillen Blueway – ein 2,8 Kilometer langer Rundkurs auf dem Wasser rund um das nordirische Enniskillen – rückt Irlands einzige Inselstadt ins Rampenlicht. Besucher haben hier die Möglichkeit, über lokale Anbieter Hydro-Bikes, Kajaks und Boote auszuleihen. Diese Unternehmen bereichern das Erlebnis zudem mit Geschichten und Anekdoten aus der Region. Ergänzt wird das Angebot durch einen begleitenden Uferweg, der einzigartige Ausblicke auf den Wasserlauf gewährt.
Neuzugang Nummer zwei ist der Lower Bann Blueway im nordirischen County Antrim. Der fünf Kilometer lange Weg mit dem Hauptknotenpunkt in Portglenone ermöglicht ebenfalls Bootsfahrten, Kajaktouren und weitere Gelegenheiten für Aktivitäten auf dem Wasser sowie Spaziergänge durch den malerischen Portglenone Forest. Dieser Blueway ist Teil eines noch umfassenderen Plans, der Schritt für Schritt die durchgehende Befahrbarkeit des Lower Bann vom Lough Neagh bis nach Coleraine ermöglichen soll.
Vorbei an Burgen und Dörfern
Bereits etabliert ist der Boyne Blueway, der sich im Osten der grünen Insel an historischen Stätten wie dem stattlichen Trim Castle und der historischen Rathnally Mill vorbeischlängelt. Mit acht Kilometern ist es zwar ein kleines, aber landschaftlich großartiges Kajakrevier für Anfänger wie Fortgeschrittene. Das gilt auch für den Suir Blueway, der mit mehr als 50 Kilometer Paddelstrecke deutlich länger ausfällt. Irlands drittgrößter Fluss schlängelt sich anmutig durchs County Tipperary und bietet Kanu- und Kajakfahrern nicht nur attraktive Wassererlebnisse, sondern auch eine sehenswerte Kulisse. Das Setting aus verfallenen Burgen, Kirchen und mittelalterlichen Städten und Dörfern können indessen auch Radler auf einer flussbegleitenden 21-Kilometer-Route erleben.

Flüsse, Seen, Kanäle, Freiheit
Nochmal eine Nummer größer fällt Nummer Drei aus: Der 70 Kilometer lange Shannon-Erne Blueway, eine im 19. Jahrhundert errichtete Wasserstraße zwischen dem Fluss Shannon und dem Lough Erne, gilt als Inbegriff friedvoller Ruhe. Kein Wunder: Das zusammenhängende Geflecht aus Seen, kleinen Flüssen und Kanälen, liegt abseits stark frequentierter Reiserouten, sodass dort jeder mehr als genug Platz zum Angeln, Paddeln, Schwimmen hat. Das gilt auch an Land, wo einfache Wanderrouten und Radstrecken an den Wasserwegen entlang vom hübschen Dorf Leitrim bis Belturbet im County Cavan führen. Eine abwechslungsreiche und bequeme Art, die Region richtig intensiv kennenzulernen, stellt indessen das Hausbootfahren dar. Und der Shannon-Erne Blueway ist Teil des längsten, nichtkommerziellen Binnengewässers Europas und eines der spektakulärsten Bootsreviere, die man mit einem gemieteten Hausboot befahren kann (übrigens sogar ganz ohne Führerschein).
Auf dem schönen Shannon
Dessen Herzstück bildet der mächtige Shannon, mit 360 Kilometer längster Fluss Irlands. Und auch hier ist das Besondere, dass es sich nicht einfach nur um eine eindimensionale Wasserstraße handelt, sondern etliche Nebenflüsse und Kanäle zu individuellen Routen einladen. Ja, und dann sind da noch die zahlreichen, zum Teil richtig großen Seen, durch die es immer wieder stundenlang hindurchgeht. Spätestens hier wird klar, dass eine Bootsfahrt auf dem Shannon und durch Irlands herzliche Mitte weit mehr ist als nur eine mehrtägige, mitunter gar mehrwöchige Fortbewegung – sie ist ein entschleunigtes Erlebnis für alle Sinne. Und sie ist der Inbegriff von Freiheit, kann man doch selbst entscheiden, wann und wo man anhält, um die Gegend zu erkunden. Lust auf einen Badenachmittag? Einfach an einer schwimmenden Plattform im See festmachen und das SUP und sich selbst zu Wasser lassen. Ein Regentag? Merkt man im Museum gar nicht. Und wenn es mal später wurde im Pub? Dann geht es eben erst mittags weiter. So what?
Hier geht es zu einem anderen Irland-Bericht.