Juni 24, 2026

Barcelona: Touristensteuer von 30 Euro pro Tag?

Die Behörden in Barcelona wollen die Touristensteuer für Kreuzfahrer, die nur kurz in der Stadt anlegen, drastisch erhöhen.

Juni 24, 2026

Die Behörden in Barcelona wollen die Touristensteuer für Kreuzfahrer, die nur kurz in der Stadt anlegen, drastisch erhöhen. Bislang zahlen Kreuzfahrtpassagiere bzw. die Reedereien pro Passagier und Tag 5 Euro. Geplant ist jetzt, die Touristensteuer um das Sechsfache (!) zu erhöhen und auf insgesamt 30 Euro anzuheben. Der neue Satz soll für Kreuzfahrtpassagiere mit weniger als zwölf Stunden Aufenthalt gelten. Im April 2027 sollte die Steuer eigentlich auf acht Euro pro Tag steigen. Nach einem neuen Vorstoß, den der Bürgermeister Barcelonas, Jaume Collboni, unterstützt, soll die städtische Abgabe nun auf 24 Euro steigen. Dazu kommen sechs Euro, die die Regierung der autonomen Gemeinschaft Katalonien über eine weitere Abgabe erhebt. Damit liegt die Gesamtbelastung für Kreuzfahrtgäste mit weniger als zwölf Stunden Aufenthalt bei 30 Euro pro Person. Ziel ist es angebliche wirtschaftliche Defizite der Kurzzeit-Touristen auszugleichen. Die Initiative richtet sich gegen Schiffe, die Barcelona nur als kurze Zwischenstation nutzen. Denn diese Gäste tragen nach Darstellung der Befürworter weniger zur lokalen Wirtschaft bei als Passagiere, deren Kreuzfahrt in Barcelona beginnt oder endet.

Die neue Kreuzfahrtsteuer soll laut der Tageszeitung „El País“ sogar progressiv sein und jährlich  weiter steigen. Sie ist jedoch nur ein Baustein in Barcelonas Strategie gegen negative Auswirkungen des Tourismus. Bis 2030 wird zudem die Anzahl der Terminals reduziert. Bürgermeister Jaume Collboni erklärte  „El País“: „Ich möchte Kreuzfahrtpassagiere davon abhalten, nach Barcelona zu kommen.“ Die Stadt zählt zu den wichtigsten Kreuzfahrthäfen Europas und kämpft seit Jahren mit den Folgen.

Seit April 2026 gelten in Barcelona bereits höhere Abgaben für Übernachtungen. Wer in einem Fünf-Sterne-Hotel übernachtet, zahlt 7 Euro Kurtaxe pro Nacht. Urlaubende in Vier-Sterne-Hotels werden mit 3,40 Euro pro Nacht belastet, für Ferienwohnungen und Airbnbs fallen 4,50 Euro pro Nacht an. Campingplätze werden mit 2 Euro pro Nacht belastet. Hinzu kommt ein pauschaler Beherbergungszuschlag der Stadtverwaltung, der seit April bei 5 Euro pro Tag liegt und für jeden Besucher gilt, unabhängig von der tatsächlichen Aufenthaltsdauer oder Reiseart. Barcelona ist mit seinem Kurs nicht allein. Auch Venedig seine Eintrittsgebühr für Tagestouristen in diesem Jahr ausgeweitet und Griechenland hat erst kürzlich auf einigen Inseln seine Übernachtungsgebühren deutlich erhöht.

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