Wir haben in Costa Rica angelegt und sind gespannt. Zwischen Pazifikküste und sattgrünem Hinterland beginnt ein Ausflug, der vielleicht zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen Mittelamerikas zählt: eine Reise in den geheimnisvollen Nebelwald mit seinen schwindelerregenden Hängebrücken und einer Vogelwelt, die wie aus einem Farbenrausch entsprungen scheint.
Vom Hafen ins grüne Herz des Landes
Kaum lässt man Punta Arenas hinter sich, verändert sich die Landschaft spürbar. Die Straße schlängelt sich durch üppige Vegetation, vorbei an Bananenstauden, Kaffeeplantagen und dichtem Regenwald. Mit jedem Höhenmeter wird die Luft kühler und feuchter. Der Nebelwald, auf Spanisch Bosque Nuboso, verdankt seinen Namen den tief hängenden Wolken, die sich wie ein Schleier um die Baumkronen legen und eine fast märchenhafte und etwas düstere Atmosphäre schaffen.
Costa Rica besitzt mehrere dieser einzigartigen Waldökosysteme. Sie zählen zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde – und machen das kleine Land zu einem echten Giganten der Biodiversität.

Über den Baumwipfeln auf Hängebrücken
Ein absolutes Highlight des Ausflugs sind die Hängebrücken von San Ramón, die sich elegant durch den Nebelwald spannen. Schritt für Schritt bewegt man sich hoch über dem Waldboden, auf Augenhöhe mit moosbewachsenen Ästen, Orchideen und Farnen, die an den Bäumen zu schweben scheinen. Unter den Füßen federt die Brücke leicht und es eröffnet sich ein neuer Blick auf den Wald. Er dämpft die Geräusche, nur Vogelrufe und das Rauschen eines kleinen Flusses begleiten den Weg – ein Moment zum Herunterkommen.

Farbenfrohe Begegnungen in der Luft
Besonders beeindruckend ist die Vogelwelt des Nebelwaldes. Costa Rica beheimatet auf einer Fläche, die kleiner ist als Bayern, über 900 Vogelarten – mehr als ganz Nordamerika. Mit etwas Glück zeige sich der legendäre Göttervogel Quetzal erfahren wir. Sein smaragdgrünes Gefieder und die rote Brust machten ihn zu einem Symbol des Landes. Auf unserem Trip lassen sich jedoch weder der Quetzal noch ein Turkan blicken, doch dafür entdecken wir wunderschöne andere exotische Vögel und gleich mehrere Kolibris.

Costa Rica – klein, grün und außergewöhnlich
Was Costa Rica als Reiseland so besonders macht, sind nicht nur seine Landschaften, sondern auch seine Haltung. Rund 25 Prozent der Landesfläche stehen unter Naturschutz, ein weltweit einzigartiger Wert. Das Land verzichtet seit 1948 auf ein Militär und investiert stattdessen in Bildung, Umwelt- und Naturschutz. Der berühmte Leitspruch „Pura Vida“ – das „reine Leben“ – ist hier weit mehr als ein Marketing-Slogan: Er beschreibt eine Lebensphilosophie voller Gelassenheit, Respekt und Lebensfreude.
Für Kreuzfahrtreisende bietet Costa Rica damit die perfekte Kombination aus Komfort und Abenteuer. Innerhalb weniger Stunden gelangt man vom Schiff in unberührte Natur – und kehrt mit Erinnerungen zurück, die weit über klassische Landausflüge hinausgehen.
Text & Fotos: Susanne Müller
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