Fast jeder, der viel reist, hat schon mal die Erfahrung gemacht, seinen Flug zu verpassen. Das ist ärgerlich, aber meist kann man schon kurze Zeit später ohne oder nur mit geringen zusätzlichen Kosten die nächste Maschine nehmen. Ganz anders sieht die Sache aus, wenn man sein Kreuzfahrtschiff verpasst …
Manchmal haben es Reisende, die mit dem Zug oder dem Flugzeug zu ihrem Kreuzfahrthafen anreisen wollten, besonders schwer. Chaos und ewig lange Warteschlangen an den Flughäfen, Zugausfälle, verspätete und überfüllte Züge sorgten dafür, dass Urlauber schon vor der Reise schlaflose Nächte aufgrund der unabwägbaren Anreise durchlitten. Die beste Möglichkeit, sich diesen Stress zu ersparen, ist es, bereits einen Tag vor Abfahrt des Schiffes zum jeweiligen Hafen zu reisen, sich die Stadt in aller Ruhe anzusehen und dann pünktlich zur Einschiffungszeit zum Cruiseterminal zu fahren. Bessere Chancen, das Schiff stressfrei zu erreichen, haben auch jene Kreuzfahrer, die ein An- und Abreisepaket direkt bei der Reederei (bzw. dem Kreuzfahrtunternehmen) buchen, denn in diesem Fall kümmert sich der Anbieter proaktiv um seine Kunden, sollte etwas schieflaufen. Das Schiff wird vom Kreuzfahrtunternehmen über die Verspätung informiert. Manchmal wartet es dann auf die Nachzügler oder es wird ein kostenfreier Transfer zum nächsten Hafen organisiert.
Was aber sollte ein Kreuzfahrer tun, der seine Anreise auf eigene Faust gebucht hat und aufgrund einer Flugverspätung sein Schiff verpasst? – TUI Cruises beispielsweise sagt in diesem Fall: „Der Gast sollte sich unbedingt bei uns melden. In den Reiseunterlagen ist eine Telefonnummer für den Notfall hinterlegt, sodass der Kunde das Schiff am An- und Abreisetag selbst informieren kann. Es wird dann geklärt, ob das Schiff noch einen Moment warten kann, ob der Gast in den nächsten Hafen anreisen wird oder ob er die Reise storniert.“
Verspätung beim Landgang
Sein Schiff zu verpassen – das kann natürlich auch im weiteren Verlauf der Reise passieren, nämlich dann, wenn man nicht pünktlich vom Landausflug zurückkehrt. Auch hier ist man wieder auf der sicheren Seite, hat man den Landausflug bei der Reederei gebucht. Bei Verspätungen wartet das Schiff in aller Regel auf die Gruppe. Plant man den Landgang individuell, sieht es anders aus. Und es kommt gar nicht mal so selten vor, dass Passagiere zu spät kommen. Gründe gibt es wie Sand am Meer. Da wurde vielleicht vergessen, die Uhr auf die Uhrzeit der Destination umzustellen. Der Taxifahrer, der die Urlauber vom Strand abholen sollte, kommt nicht. Das gemietete Fahrrad hat einen Platten etc., etc. Hier lautet der Tipp von TUI Cruises: „Auf der Bordkarte steht eine Telefonnummer für den Notfall. Unter dieser Nummer sollte der Gast sich dann unmittelbar melden, dem Schiff Bescheid geben und Weiteres besprechen. Sollte das Schiff nicht warten können, werden die Sachen aus der Kabine geräumt und an einen Hafenagenten übergeben. Der Gast kann dann auf eigene Kosten bis zum nächsten Hafen anreisen oder die Reise wird storniert.“
Tipp, um das Schiff nicht zu verpassen
Ein Tipp, den man bei jedem Landgang beherzigen sollte: Notieren Sie sich nicht die Abfahrtzeit des Schiffes, sondern die Uhrzeit, an der alle Passagiere zurück an Bord sein sollten (steht im Tagesprogramm und nochmals an der Gangway). Sie liegt meist eine halbe bis eine Stunde vor der tatsächlichen Abfahrtszeit. Es ist nämlich nicht gesagt, dass einen der Cruiser noch mitnimmt, wenn man eine Minute vor der Abfahrtszeit mit hechelnder Zunge an der Pier steht. Wer das Schiff verpasst, muss die Kosten der Reise bis zum nächsten Hafen meist selbst bestreiten. Deshalb ist es ratsam, neben etwas Bargeld auch seine Kreditkarte beim Landgang dabei zu haben. Wer sich aus Angst vor einem Diebstahl scheut, seinen Reisepass beim Ausflug mitzunehmen, sollte zumindest eine Kopie seiner Ausweispapiere dabeihaben. Das macht eine mögliche Weiterreise schonmal etwas einfacher.
Ebenfalls ratsam: Die Telefonnummer des Schiffes und des Hafenagenten beim Ausflug einzustecken. Beide stehen im Tagesprogramm. Hat man dann bestenfalls auch noch sein Mobiltelefon in der Tasche, kann man von unterwegs anrufen, falls man sich verspätet. Wenn der Kapitän darüber informiert ist, hat man immerhin noch eine klitzekleine Chance, dass er vielleicht auf einen wartet. Eine Garantie gibt es aber nie.
Susanne Müller
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