10.02.2020

Konzert mit Klampfe kann Kreuzfahrt krönen

Claudia Krain und Volker Helbok waren "Gmixt Emotions". Foto: Dirk Kröger

Was mag Menschen aus Nürnberg, aus dem Großraum Frankfurt oder aus Ostwestfalen dazu bewegen, ein Wochenende in Dornbirn im österreichischen Bundesland Vorarlberg zu verbringen? All diese Menschen haben etwas gemeinsam: Sie mögen Kreuzfahrten. Und indirekt ist das der Grund für die Reise an den südlichen Rand des Bodensees. Rosi und Walter beispielsweise unternahmen schon vor geraumer Zeit eine Asien-Kreuzfahrt mit der „Hamburg“. Zur Unterhaltung spielte am Abend das Duo „Gmixt Emotions“ auf. Und das stammt aus Vorarlberg.

Das Paar freundete sich mit den beiden Musikern, Claudia Krain und Volker Helbok, an Bord an und erlebte das Duo später nicht nur weitere Male auf dem Kreuzfahrtschiff, sondern auch bei eigenen privaten Feiern, zu denen die Österreicher gern anreisten, um für gute Laune zu sorgen. Und so ähnlich war das auch bei den anderen „Hamburg“-Kreuzfahrern, die jetzt nach Dornbirn, in die zehntgrößte Stadt Österreichs, reisten.

Mit Gmixt Emotions an Bord

Für Claudia Krain und Volker Helbok begann alles mit einem Frisör-Besuch. Die Haar-Stylistin der stimmgewaltigen Sängerin Claudia hatte Kontakte, schwärmte dort vom Können des Duos vor  – und ganz schnell lag für „Gmixt Emotions“ ein Vertrag für die Arbeit an Bord eines Kreuzfahrtschiffes vor. Es folgten sechs Jahre, in denen es die beiden Vorarlberger immer wieder aufs Meer zog. „Meine zweite Heimat“, nennt Claudia Krain die „Hamburg“. Zweimal jährlich waren beide unterwegs, sahen viel von der Welt und unterhielten in dieser Zeit rund 4.000 Gäste aufs Beste. Kuba, Asien, Grönland, Mexiko, Griechenland, Spanien, Portugal – es gab viel zu sehen. Und immer wieder folgten auf Konzerte an Bord auch Vorstellungen an Land – bei lieben Gästen, die Claudia und Volker auf dem Meer kennen gelernt hatten. Selbst eine 700-Kilometer-Anreise zu einer abendlichen Geburtstagsfeier stellte für sie kein Problem dar. „Ein Freundschaftsdienst“ nennt Volker Helbok das.

Auftritte auf der „Hamburg“

Insgesamt zwölf Jahre lang musizierten die beiden Protagonisten zusammen, gestalteten zahlreiche Hochzeiten und Geburtstage musikalisch. Jetzt ist Schluss, denn der männliche Teil des Duos zieht sich aus privaten und beruflichen Gründen zurück. Einmal noch spielten die beiden gemeinsam auf – ihr Abschieds-Konzert in Dornbirn. Und da war es für die auf der „Hamburg“ gewonnenen Freunde selbstverständlich, dass nun der Gegenbesuch folgte. Noch einmal begeisterten Claudia Krain mit ihrer kraftvollen Soulstimme und ihrer beeindruckenden „Halleluja“-Version sowie Volker Helbok mit seiner zwölfsaitigen Gitarre, die er bearbeitet wie andere Menschen die Geräte im Fitnessstudio. Von den Eagles bis Reinhard Mey, vom Kufsteiner Lied bis hin zu Metal sowie Eigenkompositionen war alles dabei. Rund 300 Gäste – unter ihnen eben auch die aus Deutschland angereisten Kreuzfahrt-Freunde – erlebten in der „Wirtschaft“ in Dornbirn einen enorm emotionalen Abend, an dessen Ende Tränen standen.

Aber es war natürlich nicht nur die Musik, die die „Hamburg“-Gäste nach Dornbirn zog, es war auch die Freundschaft mit zwei Österreichern, die auf Menschen zugehen können, Menschen verstehen – und die eben nicht nur des Geldes wegen musizieren. Unvergessen sind späte Abende und Nächte auf dem Schiff, an denen sich nahezu alle Gäste schon in ihre Kabinen zurückgezogen hatte. Und plötzlich griff Volker seine Gitarre, spielte ein paar Akkorde, und Claudia stimmte gesanglich ein. Diese ungeplanten Sessions konnten dauern … Und sie konnten scheitern, wie das Beispiel zeigt, als ein anderer Musiker auf der „Hamburg“ sich die Gitarre des Vorarlberges griff, um zu musizieren, sich das Musikinstrument genau anschaute, um es dann wieder zur Seite zu legen: „Die hat ja zwölf Saiten. Das kann ich nicht“, stellte er fest. Rettung für die Nacht aber war schon in Person Volker Helboks in Sicht. 

Beide Musiker werden in diesem Jahr auf Kreuzfahrten verzichten müssen. Aber zumindest Claudia Krain will weitermachen, sucht schon einen neuen Partner, hat ihn vielleicht gar bereits gefunden. Und dann geht’s wohl auch wieder auf die „Hamburg“, denn die zweite Heimat ist natürlich längst nicht vergessen, der Weg von den Bergen zum Meer soll kurz bleiben.  Und wer „Gmixt Emotions“ nicht kennt, der kann das Duo bei einschlägigen Internetkanälen finden.

Text & Fotos: Dirk Kröger

 

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