31.05.2016

Santorin: Sehnsuchtsort in der Ägäis

Santorin, Oia, Welcome Aboard
In Oia auf der griechischen Insel Santorin genießen Besucher einzigartige Ausblicke. Foto: Susanne Müller

Einfach nur gucken. Die Atmosphäre genießen. Den Blick über weiße Häuser, blaue Kuppeln und das Meer schweifen zu lassen – das reicht schon, um auf Santorin glücklich zu sein.

Die Frau greift zu ihrer Schüssel mit Mandeln und hält sie den Touristen mit einem Lächeln entgegen. „Möchten Sie mal probieren?“  Gerade ist wieder eine ganze Busladung Urlauber am Parkplatz angekommen und müht sich direkt an ihrem Geschäft vorbei die schmale Gasse nach Oia hinauf. Es ist noch früh am Morgen, deswegen ist der legendäre Ort an der Nordküste von Santorin noch nicht ganz so überfüllt.

Ohnehin ist es hier nie so voll wie im Hauptort Fira, aber reichlich Touristen – gerade in der Hauptsaison zwischen Mai und September – gibt es hier natürlich auch. Sei’s drum.

Oia ist tatsächlich so überirdisch schön, dass man kaum erwarten kann, diesen Platz für sich alleine zu haben. Schneeweiße Häuser mit blauen Haustüren, Windmühlen, blau-weiße Kirchen mit runden Kuppeln, dazwischen enge Gassen mit Kunsthandwerksläden, Modeboutiquen, Juwelieren und Cafés machen den Charme Oias aus. Und natürlich der atemberaubende Blick aufs ägäische Meer.

Weltberühmt: der Sonnenuntergang auf Oia

Wer mit dem Kreuzfahrtschiff nach Santorin kommt, ist meist nur ein paar Stunden auf der Insel und muss leider darauf verzichten: auf den vielleicht besten Sonnenuntergang seines Lebens. Besonders gern sitzen die Romantiker dann am alten Kastell in Oia. Sie sehen zu, wie der glutrote Feuerball im Meer versinkt und philosophieren darüber, ob es sich bei Santorin wirklich um das sagenumwobene Atlantis handelt.

 

Der Sage nach entstand die Insel aus einem Klumpen Erde, der von Euphemos ins Meer geworfen wurde. Fest steht, dass Santorins  Geschichte irgendwann vor rund 80.000 Jahren begann. Unterirdische Vulkanausbrüche schufen die Insel, die durch weitere Ausbrüche immer wieder ihr Gesicht veränderte. Der letzte große Vulkanausbruch geschah ca. 1620 vor Christus und brach Santorin in drei Teile. Eine riesige Flutwelle rollte über das östliche Mittelmeer, der Himmel verdunkelte sich.  Nach der Katastrophe war Santorin jahrhundertelang unbewohnbar. Und heute? – Noch immer brodelt es unter der Erde. Schwefeldämpfe treten aus. Heiße Quellen zeugen davon, dass der Vulkan nur schlummert.

Ein Drink am Rande des Kraters

Ein öffentlicher Bus verbindet Oia mit dem Hauptort von Santorin, Fira (Entfernung: elf Kilometer). Heute liegen hier fünf große Kreuzfahrtschiffe auf Reede. Wer aufs Shoppen verzichtet und lieber die einmalige Aussicht genießt, sichert sich einen Platz in einem der wunderschön gelegenen Restaurants direkt am Kraterrand. Auch wenn die Drinks dort nicht gerade billig sind, lohnt die Investition. Denn dieses Ambiente gibt es nirgendwo sonst auf der Welt.   

 

Inzwischen ist es früher Nachmittag. Viele Kreuzfahrtpassagiere müssen sich auf den Heimweg machen. Es gibt drei Möglichkeiten, hinunter zum kleinen Hafen Skala zu kommen, von wo aus die Tender zu den Schiffen ablegen. Komfortabel geht’s mit einer Seilbahn. Doch davor stehen die Touristen bereits in Zickzackschlangen, es scheint ewig zu dauern, bis man endlich dran ist. Wer Bekanntschaft mit einem Maultier machen möchte, kann den Weg hinunter reiten. Und obwohl die Guides der Insel immer davon abraten, lässt sich der Weg zum Hafen natürlich auch zu Fuß bewältigen – zwischen den Eseln sozusagen.  Wer einigermaßen sportlich ist, kann die Treppe locker bewältigen (okay: nicht in High Heels!) und spart sich das lange Anstehen vor der Seilbahn.


 

Infos: Wie kommt man hin? Santorin hat einen internationalen Flughafen. Mit der täglich fahrenden Blue Star Fähre ist man in knapp acht Stunden von Piräus auf Santorin. Es gibt auch eine direkte Fährverbindung mit der „Blue Star 1“ in nur sechseinhalb Stunden von Piräus, aber diese Fähre fährt nicht jeden Tag. Darüber hinaus ist Santorin natürlich ein beliebtes Ziel zahlreicher Kreuzfahrtreedereien.

Text & Fotos: Susanne Müller

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