20.05.2015

Landgang in Singapur: Besuch im Tea Chapter

Tea Chapter Singapur
Tee-Meister Patrick Kang entführt Besucher des Tea Chapters in die jahrtausendealte Kunst der Tee-Zubereitung. Fotos: Susanne Müller

Das Thermometer an der Hauswand zeigt 32 Grad Celsius. Es ist kurz vor Mittag und in den Straßen von Singapurs Chinatown herrscht dichtes Gedränge. Touristen aus aller Welt kaufen günstige Souvenirs und staunen vor den Schaufenstern der Apotheken, in denen merkwürdige Einmachgläser ausgestellt sind. Aus dem  Buddha Tooth Relic Temple dringt der Duft von Räucherstäbchen. Der Schweiß rinnt uns den Rücken hinunter und wie eine Fata Morgana taucht das Wunschbild eines kühlen, ruhigen Plätzchens in uns auf. Nach einem höchstens fünfminütigen Spaziergang haben wir es gefunden. Tea Chapter steht vor dem etwa einhundert Jahre alten, rot-weiß gestrichenen Haus in der Neil Road.

Wir steigen eine schmale, blank polierte Holztreppe hinauf, ziehen unsere Schuhe aus und nehmen auf Seidenkissen an einem niedrigen Tisch Platz. Es ist angenehm kühl, leise erklingt klassische, chinesische Musik. Der Lärm der Straße bleibt vor der Tür. Und Tee-Meister Patrick Kang entführt uns in die jahrtausendealte Kunst der Tee-Zubereitung.

„Dies ist allerdings keine Tee-Zeremonie“, klärt er uns auf. „Die gibt es nur einmal im Leben eines Chinesen – und das ist bei seiner Hochzeit.“ Er nennt es Tee-Kunst, die wir nun erleben. Genauso wie 26 Jahre zuvor Queen Elizabeth bei ihrem Besuch im Tea Chapter. „Es gibt sechs Farben des Tees“, erklärt Patrick Kang. Der sehr teure weiße Tee gilt als Anti-aging-Elixier, der grüne Tee hält uns gesund, der sehr seltene gelbe wird heute bei uns durch duftenden Jasmintee ersetzt, der chinesische schwarze Tee (nicht zu verwechseln mit unserem schwarzen Tee) soll Cholesterin und Blutzucker senken. Außerdem gibt es noch den Oolong, einen halbfermentierten Tee, und den Roten Tee. Wir probieren alle.

Der Tee-Meister gießt den Tee in eine Art winzige Eierbecher. Dann dürfen wir schnuppern. Schließlich schütten wir ihn in eine kleine Schale um. Nun reiben wir die Eierbecher zwischen den Händen und atmen noch einmal das Aroma ein. Jetzt riecht es deutlich süßer. Schließlich wird der Tee in drei kleinen Schlucken getrunken.   

 

Grüner Tee hält gesund

 

Während wir nacheinander alle Teesorten testen, den Geschmack auf der Zunge zwischendurch mit einem Schluck heißen Wassers neutralisieren, versorgt Patrick Kang uns mit reichlich Ratschlägen. Trinke nie Tee mit leerem Magen! Trinke grünen Tee, um trotz Stress, Strahlungen und falscher Ernährung gesund zu bleiben!

Die Chinesen kennen tausend Regeln, wenn es um das Teetrinken geht. Wie heiß das Wasser sein soll, wie lange es ziehen darf, wie man den Tee richtig einschüttet und an welcher Stelle des Tisches man sitzen sollte. Zuviel für ein kurzes Kapitel Tee-Kunst im Herzen von Singapur.  Und doch sind wir für eine kleine Weile mit allen Sinnen in eine andere Welt eingetaucht.

Susanne Müller

Infos: Die Einführung in die Tee-Kunst kostet rund 38 Euro. Tea Chapter ist das größte Teehaus in Singapur. www.tea-chapter.com.sg

Allgemeine Infos über Singapur: www.your-singapore.de

Tipp: Was Kreuzfahrer bei ihrem Landgang in Singapur alles erleben können, lesen Sie in WELCOME ABOARD 2016, ab Mitte November 2015 am Kiosk.

 

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