30.03.2016

Landgang auf Elba

Elba, Portoferraio, Welcome Aboard
Wunderschön: Elbas Hafenstadt Portoferraio. Foto: Susanne Müller

Sieht so ein Gefängnis aus? – Olivenbäume, Oleanderbüsche, Rosmarin und Thymian überziehen die Berge in einer Sinfonie aus Farben und Duft. Das Meer leuchtet in allen Schattierungen von Aquamarin bis Türkisgrün. Ob Napoleon während seines zehnmonatigen Exils die Schönheit Elbas zu schätzen wusste? – Kreuzfahrer aus aller Welt genießen heute die Kostbarkeiten der grünsten Insel im Mittelmeer mit allen Sinnen.

Blumenpracht auf Elba.

 Im Sommer kommen bis zu 400.000 Touristen, aber im Mai haben Kreuzfahrer Elba noch fast für sich alleine. 30.000 Menschen leben hier. „Im Winter sperrt kein Mensch seine Haustür ab, schließlich kennen wir uns alle!“, lacht Emilia. Die aparte Mailänderin kam vor rund 15 Jahren auf die Insel, lernte ihren jetzigen Mann kennen und blieb der Liebe wegen für immer.

Der Graf von Monte Christo

Der Bus hält kurz an einer der zwei Ampeln, die es auf Elba gibt, und fährt von der Hafenstadt Portoferraio einmal quer durchs Land in Richtung Süden. Von einem steilen Felsen aus sieht man in der Ferne eine kleine Insel aus dem Dunst auftauchen. „Das ist Monte Christo, bekannt aus dem Roman von Alexandre Dumas“, erklärt Reiseführerin Emilia. Nur tausend Menschen dürfen jedes Jahr auf das Naturreservat. Es gibt lange Wartelisten. „Letztes Jahr habe ich es zum ersten Mal geschafft, dorthin zu kommen“, seufzt die Italienerin und erinnert sich: „Das Meer rund um die Insel war rein wie Kristallwasser, aber baden durfte ich leider nicht. Nichts darf die Natur dort mehr stören.“

Weinprobe unter Olivenbäumen

Wenig später spaziert Emilia mit ihren Kreuzfahrern durch Porto Azzurro. Früher hieß der kleine Fischerort Longone, benannt nach dem Gefängnis, dass es dort gab. Weil niemand Urlaub in einem Dorf machen wollte, das so heißt, wie der auf der ganzen Insel bekannte Knast, wurde es kurzerhand umgetauft. Der neue Name passt sowieso viel besser.

Das kleine Fischerdorf Azzurro.

Urlauber schlendern hier durch pittoreske Gassen, kaufen getrocknete Kräuter für die Pastasoße zu Hause und lassen sich vom fantastischen Sahneeis verführen. Auf der Rückfahrt zum Schiff  hält der Bus am Weingut Tenuta La Chiusa. Ein von Olivenbäumen flankierter Kiesweg führt durch die Weinstöcke zum Gutshof. Dort ist eine große Tafel unter freiem Himmel eingedeckt. Es gibt Weißbrot mit feinstem Olivenöl, Käse, Schinken, Salami und dazu die fruchtigen Weine der Insel.

Das Weingut Tenuta La Chiusa.

Mit dem Bus oder dem Auto lässt sich Elba wirklich gut an einem Tag erkunden. Die Insel ist 27 Kilometer lang und fünf Kilometer breit. An der Küste begeistern einsame Buchten mit steilen Granitfelsen, Sandstrände, duftende Kiefernwälder und kristallklares Wasser.

Startpunkt Portoferraio

Die Schiffe legen in Portoferraio an. In westlicher Richtung kommt man zu den schönsten Sandstränden. Oberhalb der Altstadt erheben sich das Forte Falcone und gegenüber das Forte Stella, beides waren Festungen der Medici. Dazwischen entdecken Besucher den Palazzina die Mulini, einer von Napoleons Wohnsitzen auf Elba. Das heutige Museum zeigt eine interessante Bibliothek des Kaisers.  

Das Parfum der Insel

Ein nettes Mitbringsel von Elba ist das Acqua dell’Elba. Das Parfum der Duftfamilie blumig-grün wird in schönen, türkisfarbenen Flaschen fast überall auf der Insel verkauft. Der Duft nach Feige, Jasmin und Orange erinnert dann auch zu Hause noch an die schönen Stunden auf Elba.                                                   Text & Fotos: Susanne Müller

 

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