24.10.2017

Kein Scherz: Wein kommt jetzt auch aus Dänemark

Bente Rasmussen
Bente Rasmussen aus Fünen vor ihren Weinreben. Foto: Dirk Kröger

Dänischer Wein? Ja, so etwas gibt es. Und der Rebensaft kann sogar getrunken werden. Wie das alles funktioniert, lässt sich einfach beim Besuch eines Weingutes klären. Die Insel Fünen in der dänischen Ostsee ist Anlaufstelle dafür, um Ungläubige eines Besseren zu belehren. Fünen ist am besten mit der Fähre von Als aus kommend erreichbar. (Eine Reportage über Dänemark-Urlaub mit der Fähre gibt es im neuen WELCOME ABOARD 2018!) 

Hier gibt es eine Vielzahl möglicher Aktivitäten – aber wer rechnet vorher ernsthaft damit, dass auch ein Weingut besucht werden kann? Hier gibt es wirklich dänischen Wein – zum Kosten, aber auch zum Mitnehmen.

Im kleinen Örtchen Skårup auf Fünen leben Bente Rasmussen und Carsten Anersson, die das Weingut betreiben. Die beiden mögen Wein. In Dänemark war er ihnen aber stets zu teuer. Während einer Italien-Reise kam erstmals die Idee auf, selbst Wein zu erzeugen. Dort ein Weingut zu kaufen, war aber wiederum zu teuer. Also wurde selbst eines aufgebaut. In Dänemark. In Skårup.

Ein Weingut auf Fünen

Mittlerweile lebt das Winzer-Paar seit 35 Jahren auf Fünen. Und von der Weinherstellung hatten die beiden keine Ahnung. Sie lernten, indem sie ausprobierten. Zunächst entstanden Fruchtweine, und dann kamen richtige Trauben. Mit 100 Weinstöcken begann es im Jahr 2002, mittlerweile sind daraus 2.300 geworden. Und daraus lassen sich in guten Jahren auch 2.300 Flaschen Wein ziehen. Die Winzerei ist inzwischen ein Fulltime-Job für Bente Rasmussen und Carsten Anersson. Und sie ist ihre Haupt-Einnahme-Quelle. Ganz sicher gibt es Weinfreunde, die so etwas Exotisches wie den dänischen Rebensaft ausprobieren wollen. Wie kommen Interessenten daran? „Sie müssen zu uns kommen“, verrät Bente, denn das Paar vermarktet seine Erzeugnisse selbst, einen Internet-Shop gibt es nicht.

Weinverkostung für 21 Euro

Wer aber zu ihnen kommt – am besten mit dem Fahrrad – der kann nicht nur die Weinstöcke bewundern, sondern auch probieren. Eineinhalb bis zwei Stunden dauert die Verkostung, drei dänische Weine gibt es, mindestens vier Personen sollten dabei sein. Und dann kostet das 160 dänische Kronen (etwa 21 Euro).

Die Trauben Rondo und Solaris werden hier gezogen. Der zertifizierte Bio-Weißwein ist trocken, leicht und fruchtig, wird zu Fisch empfohlen. Der Rosé ist sehr fruchtig mit Himbeer-Aromen. Sekt, Grappa, Portwein und naturtrüber Apfelsekt gehören zum Portfolio des Skaarupøre Vingård. Billig ist der Spaß aber nicht: Für 0,7 Liter Rosé sind 140 dänische Kronen (knapp 19 Euro) zu zahlen, für 0,5 Liter Weißwein 110 Kronen (knapp 15 Euro). Spitzenweine sind das nicht, aber sie sind trinkbar.

Zugegeben: Begeisterung macht sich bei der Verkostung des Rebensaftes vor Ort nicht unbedingt breit. Der Rosé erwies sich als trinkbar, der Weißwein eignet sich eher zum Kochen. Aber diese Getränke stellen eine Rarität dar, denn wer bitteschön hat denn schon einmal dänischen Wein getrunken? Sicher ist: Ein Besuch auf diesem Weingut lohnt sich ganz bestimmt. Bente Rasmussen und Carsten Anersson freuen sich über jeden Gast und erklären dem wirklich alles, was der zum Weinbau in Dänemark wissen möchte. Und sie selbst? „Wir trinken unseren Wein natürlich auch“, verrät Bente, „er schmeckt und ist billiger als der in den dänischen Geschäften erhältliche.“ Das stimmt auf jeden Fall. Für deutsche Gäste allerdings ist er immer noch viel zu teuer. Der Besuch lohnt sich trotzdem.                         Text & Fotos: Dirk Kröger

 

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