23.04.2018

Der ungewöhnlichste internationale Flughafen der Welt

Der Flughafen Kangerlussuaq ist der größte internationale Flughafen in Grönland.

Unser Autor Dirk Kröger erfüllte sich einen lang gehegten Traum, als er zu einer Kreuzfahrt an Grönlands Westküste entlang aufbrach – sein ausführlicher Reisebericht dazu ist in der aktuellen Ausgabe von Welcome Aboard zu lesen. Aber: Zunächst einmal hieß es für ihn, nach Grönland zu kommen. Das passierte per Flugzeug. Entsprechend war der erste Eindruck von der größten Insel der Welt der internationale Flughafen von Kangerlussuaq. Und der ist eher ungewöhnlich.

Der Flughafen Kangerlussuaq ist der größte internationale Flughafen in Grönland. Er bedient die Region um Kangerlussuaq. Gleichzeitig ist der Flughafen das größte Drehkreuz der Air Greenland. Bis in die 1990er Jahre hießen Flughafen und Stadt Søndre Strømfjord (und in der dänischen Sprache auch heute noch), daher auch der IATA-Code SFJ und der ICAO-Code BGSF. Auf Grund der windgeschützten Lage und der Temperaturen von knapp über null Grad Celsius im Durchschnitt sind die Flugbedingungen am Flughafen gut. Großraumflugzeuge wie die Boeing 747 könnten hier landen. Air Greenland fliegt von Kangerlussuaq aus die grönländischen Orte Aasiaat, Ilulissat, Kulusuk, Maniitrsoq, Nukk und Sisimiut an. Außerdem bestehen Verbindungen in die dänische Hauptstadt nach Kopenhagen und Iqaluit in Kanada. Außerdem plant Air Iceland Kangerlussuaq vom Flughafen Reykjavik in Island aus anzufliegen.

Übersichtlich: Der Eingang zum Terminal des Flughafens Kangerlussuaq.

Der Flughafen wurde am 7. Oktober 1941 als US-Army-Stützpunkt gegründet und war ab 1952 als Søndrestrom Air Base bekannt. Noch heute nutzt das Militär diesen Ort als strategischen Stützpunkt. So unterhält die New York Air National Guard (NYANG) hier einen Stützpunkt unter anderem für Hercules-Maschinen, die mit Kufen zur Landung auf dem Inlandeis ausgerüstet sind. Ziele sind dabei zum Beispiel die Forschungsstationen Camp Summit, Camp North Grip oder Camp Raven, wo in den Sommermonaten auch für Soldaten ein Überlebenstraining im Eis durchgeführt wird. Wegen der geringeren Reichweite der Flugzeuge damaliger Zeit hatte der Flughafen eine große strategische Bedeutung für den transatlantischen Verkehr. Während der Berlin-Blockade 1948/49 galt der Flughafen als Durchgangsstation für die nötigen Nahrungsmittel aus den USA.

Ein Hingucker: Entfernungsschild auf dem Flughafen.

Zunächst einmal ist der grönländische Flughafen in den Augen des ankommenden Passagiers klein, sehr klein. Und damit ist er auch enorm übersichtlich. Fluggaststeige oder so etwas gibt es hier nicht: Ankommende Fluggäste schultern ihr Handgepäck und marschieren dann von der Landebahn per pedes zum kleinen Terminal, in Ausnahmefällen stehen auch Busse für den Transport bereit. Im Terminal gibt es nicht viel zu entdecken. Im Normalfall gibt es keine Pass- und Zollkontrollen, entsprechend stehen die potenziellen Kreuzfahrer schnell vor der Tür des Terminals, das diesen Namen angesichts seiner Einfachheit und geringen Größe kaum verdient. Immerhin: Direkt davor stehen Busse bereit, die einen weiterbringen, und auch Taxen können genutzt werden.

Einfach gestaltet: Die Caféteria im Terminal.  

Einen etwas besseren Einblick in das Terminal gibt es vor dem Rückflug. Natürlich steht ein Besuch im kleinen, aber gar nicht einmal schlecht sortierten Duty-Free-Shop an, wo es Tabakwaren und Alkoholika zu Preisen gibt, die in dieser geringen Höhe gar nicht zu erwarten waren – hier können problemlos Restbestände dänischer Währung ausgegeben werden. Zu finden ist auch ein kleiner Souvenir-Laden, in dem es von Postkarten bis T-Shirts all das gibt, was Touristen vermeintlich gern kaufen. Das recht große, aber sehr einfach eingerichtete Café überrascht durch seine für grönländische Verhältnisse niedrigen Preise, so dass hier gern noch ein Kaffee getrunken wird.

Eines ist jedoch sicher: Verlaufen kann sich auf diesem Flughafen niemand.

Text & Fotos: Dirk Kröger

 

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