02.09.2016

Warum die „Heimathäfen“ von Plantours so beliebt sind

MS Hamburg
Die "Hamburg" begeistert Urlauber mit ihren "Heimathäfen"-Reisen. Foto: Plantours

Heimathäfen heißt eine fünftägige Tour, die Plantours Kreuzfahrten mit der „Hamburg“ zweimal im Jahr anbietet. Die Kreuzfahrt vor der eigenen Haustür ist stark gefragt. Viele Menschen, die sich in Dubai oder Florida schon bestens auskennen, haben noch nie Helgoland oder Borkum besucht. Und Helgoland zum Beispiel hat viel mehr zu bieten als den zollfreien Einkauf, der dem Eiland einst den Spitznamen „Schnapsinsel“ einbrachte. Bei einem Inselrundgang strömen alle Menschen zur „langen Anna“, dem 47 Meter hohen, frei stehenden Felsen, der von tausenden Seevögeln bevölkert wird.

 

Für Ornithologen ist Helgoland eine Schatzkammer, für alle anderen mögen die ungewöhnlichen roten Felsen als Anziehungspunkt schon ausreichen. Und bereits die Anreise zur 1.500 Einwohner zählenden Insel ist spannend, denn selbst kleine Kreuzfahrtschiffe können nicht in den Hafen hinein manövriert werden; mit Tenderbooten geht es zum Helgoländer Unterland. Wer weiter will, muss Treppen steigen – oder er investiert 65 Cent, um mit dem Fahrstuhl das Oberland zu erreichen.


 

Helgoland hat eine spannende Geschichte


Helgoland hat eine enorm spannende Geschichte, die bei einem Inselrundgang natürlich erzählt wird. Seit 1890 gehören die 1,7 Quadratkilometer in der Nordsee zum deutschen Staatsgebiet. Davor war Helgoland dänisch und britisch. Die Insel wurde bombardiert, evakuiert und von Soldaten besetzt. Aber immer, wenn es möglich war, kehrten die Helgoländer zurück und wagten einen Neuanfang und -aufbau. Historische Gebäude sind auf den Felsen deswegen nicht zu finden, dafür aber ein Museum, in dem besonders dem Autoren James Krüss gedacht wird. Und die Hummerbuden. Der Leuchtturm. Die Bunker-Anlagen.

Helgoländer Halbmarathon: viermal um die Insel

Auf Helgoland gibt es viel zu sehen und zu hören. Sogar eine Fußballmannschaft hat die Insel – allerdings wollte kein Verband sie aufnehmen, weil die Auswärtsspiele für gegnerische Teams nur schwerlich zu bestreiten wären. Dafür aber gibt’s immer im Mai den Helgoländer Halbmarathon, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut und zuletzt mehrere hundert Sportler anzog, die die Insel viermal zu umrunden hatten, um die geforderte Strecke zu absolvieren.


Weiter geht es nach Sylt

Müssen über Sylt eigentlich noch Worte verloren werden? Die größte nordfriesische Insel mit ihren Kurorten zieht Jahr für Jahr Besuchermassen an. Wer noch nie auf Sylt war, aber einen Eindruck vom Leben hier bekommen möchte, der kann seinen Besuch eigentlich gar nicht besser planen als mit dem Kreuzfahrtschiff. Wieder geht es mit den Tendern nach List, von dort aus mit dem Bus kreuz und quer über die Insel. Westerland und Kampen werden besucht, natürlich kann hier auch in Sterne-Restaurants gegessen werden. Und obwohl Sylt pro Jahr rund 850.000 Gäste beherbergt, ist noch ein Platz am 40 Kilometer langen Sandstrand in einem der 12.000 Strandkörbe frei. Versprochen.
 

Borkums Wattenmeer begeistert

Vom Norden geht es ganz in den Westen Deutschlands, denn Borkum liegt der niederländischen Küste näher als der deutschen. Wieder einmal geht es mit Tendern an Land, dann – nach einem Blick auf das vertaut und verträumt daliegende Feuerschiff „Borkumriff“ mit Bus oder der Borkumer Kleinbahn vom Hafen in den etwa sieben Kilometer entfernten Hauptort der ostfriesischen Insel.

 

Der alte und der neue Leuchtturm und natürlich die Strandpromenade locken die Besucher an. Im Hinterland sind herrliches Grün und eine beeindruckende Artenvielfalt von Flora und Fauna zu bewundern. Aber der eigentliche Höhepunkt dieser Insel ist das Wattenmeer, durch das regelmäßig Führungen mit fachkundigen Erklärungen angeboten werden – übrigens können auch Gummistiefel für eine geringe Gebühr ausgeliehen werden.


Unterhaltung mit Ankerherz

Drei Inseln in der deutschen Nordsee gibt es also zu sehen. Drei Inseln, die allesamt kaum etwas miteinander gemein haben und gerade deswegen spannend sind. Aber: Kann das denn schon alles sein? Könnte es. Ist es aber nicht, denn die ungewöhnliche Kreuzfahrt mit der kleinen „Hamburg“, auf die gerade einmal 400 Passagiere passen, hat noch mehr zu bieten – am Abend, wenn alle von den Inseln zurück gekehrt sind. Die Reederei arbeitet mit dem kleinen jungen Hamburger Verlag „Ankerherz“ zusammen – und der sorgt für ein Unterhaltungsprogramm, das vielleicht ebenso ungewöhnlich ist wie die Reiseziele. Da gibt es Lesungen durch prominente Schauspieler wie Axel Prahl und Dietmar Bär, Musik von Stars wie Mic Donet oder Stefan Gwildis.

Küstenbewohner erzählen

Und dann sind regelmäßig Insel- oder Küsten-Bewohner auf der „Hamburg“ zu Gast, die viel zu erzählen haben. Dietmar Bär beispielsweise liest aus dem Buch „Sturmwarnung“, das das aufregende Leben von Kapitän Jürgen Schwandt zum Inhalt hat – der Kapitän selbst ergänzt das alles natürlich nur zu gern noch durch die eine oder andere Anekdote. Schatztaucher Andi Peters berichtet von seinem aufregenden Beruf, Katja Just davon, warum es sie einst von München auf die Hallig Hooge zog, wo sie inzwischen seit 16 Jahren lebt. Und dann ist da noch Albertus Akkermann, ein echtes Original von der Insel Borkum. Der Mann ist Wattführer. Aber er ist mehr als das, denn bei seinen Führungen ist stets das Akkordeon dabei.

 

 

 

Fremde Länder und große Bühnenshows gibt es bei den „Heimathäfen“ nicht zu sehen, und einen Smoking oder ein Abendkleid muss auch niemand mitnehmen. Friesennerz und Gummistiefel passen besser ins Reisegepäck.

Schon bei der Fahrt durch die Elbe von Hamburg zur Nordsee wird viel für alle Seh-Leute geboten. Das Schiff ist klein und übersichtlich, hat so etwas wie ein Herz. Das Personal kennt ganz schnell sämtliche Gäste an Bord. Das Insel-Trio hat einen Reiz, dem die Mitreisenden nur zu gern erliegen. Und die besonderen Gäste an Bord sorgen dafür, dass der Reisende in die Seele des Insel- und Küstenbewohners schauen kann.

Und schließlich: Die „Heimathäfen“ sind auch noch bezahlbar – Einzelreisende haben hier nicht nur die Möglichkeit, eine Ein-Bett-Kabine, sondern alternativ auch ein einzelnes Bett in einer Vier-Bett-Kabine zu buchen. Das indes mag nicht Jedermanns Sache sein, aber natürlich bietet die „Hamburg“ auch Innen- und Außenkabinen sowie Suiten an.
Die nächsten Termine der Heimathäfen: 29. September bis 3. Oktober 2016,  10. bis 14. Mai 2017 sowie 6. bis 10. Mai 2018. Infos: www.plantours-partner.de

 

Text und Fotos: Dirk Kröger

 

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