02.05.2014

Das Ende der Klassiker

Pacific Princess
Eine Pionierin ihrer Zeit: die "Pacific Princess".

Die Zahl der Schiffe, die zu den Pionierinnen in der Kreuzfahrt zählen und noch aktiv im Dienst sind, ist klein geworden. Gemeint sind die Ende der 1960er und in den frühen 1970er Jahren gebauten, ausschließlich für Kreuzfahrten konzipierten Liner. Damals war man noch bescheiden – alle diese Schiffe maßen lediglich zwischen 10.000 und 20.000 BRZ mit Platz für maximal etwa 1000 Passagiere. Von Gästezahlen wie heute träumte die Branche nur.

Kennzeichen dieser meist sehr schön geformten Cruiser: Vergleichsweise große Sonnendecks, Poollandschaften, aber oft auch viele kleine Kabinen mit weniger als zehn Quadratmetern.

Pionierinnen dieser Zeit waren zum Beispiel Schiffe der neugegründeten Reedereien Norwegian Cruise Line („Starward“), Royal Caribbean („Song of Norway“, „Sun Viking“, Nordic Prince“), von Flagship Cruises („Sea Venture“/später „Pacific Princess“ und „Island Princess“),von Royal Viking Line („Royal Viking Sea“, „Royal Viking Star“, „Royal Viking Sky“), von Wallenius („Bohéme“, „Freeport“) und von der Traditionscompany Cunard („Cunard Princess“, „Cunard Countess“).

Einige wenige Schiffe aus dieser Epoche gibt es noch, aber die meisten haben bereits nach immerhin vier Jahrzehnten Dienstzeit ihre letzte Fahrt gemacht.

So überrascht es nicht, dass auch für die „Formosa Queen“ unlängst  das Aus kam. Lange vor der Reise zur Abwrackwerft trug das erste Schiff der 1970 gegründeten Reederei Royal Caribbean Cruise Lines den Namen „Song of Norway“ und galt als innovativer Karibik-Klassiker. Ab 1997 fuhr das Schiff mit dem markanten Clipper-Bug, umbenannt in „Sundream“, Dream Princess“, „Dream“, „Clipper Pearl“, „Pearl“, „Clipper Pacific“, „Festival“, „Ocean Pearl“, „Formosa Queen“, unter der Flagge von sechs verschiedenen Eignern.

Und wer im Dezember 2013 im Fernsehen die brennende „Ocean Countess“ der Majestic International Cruises gesehen hat, ahnte bereits, dass das bei Werft-Arbeiten in Brand geratene Schiff keine Zukunftschancen mehr haben würde. In Dänemark 1975 gebaut für die Cunard Line mit dem Taufnamen „Cunard Countess“, zählte der Cruiser wie seine baugleiche Schwester „Cunard Princess“ zu den populärsten Einheiten auf dem englischsprachigen Markt. Aber auch deutsche Kreuzfahrer hatten dieses Schiff ein Jahr „für sich“. Als „Lili Marleen“ und unter Flagge des nicht mehr bestehenden Veranstalters Holiday Kreuzfahrten drehte es exklusiv für die Germans 2005/6 seine Runden.

Tö.

Video von der brennenden "Ocean Countess":  https://www.youtube.com/watch?v=iU-4TxE6W4w

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