08.11.2012

Viel Rummel um die "Titanic"

Die berühmte Treppe auf der "Titanic". Foto: Susanne Müller
Zu den ganz großen Katastrophen in der Geschichte der Passagierschifffahrt zählt der Untergang der „Titanic“ nach ihrer Kollision mit einem Eisberg, wobei mindestens 1490 Menschen ihr Leben verloren. Unzählige Bücher haben sich mit diesem Unglück befasst, das nun am 14. April exakt ein Jahrhundert zurückliegt. Und es wird weiterhin die Menschen bewegen. Neue Bücher, aber auch „Titanic“-Ausstellungen zum 100sten werden dazu beitragen.

Etwa das Meeresmuseum „Cité de la Mer“ in Cherbourg – diese Stadt in der Normandie war der letzte kontinentale Hafen, den die „Titanic“ 1912 vor ihrem Untergang anlief -, das im April einen neuen Bereich mit einer Fläche von über 2000 Quadratmetern dem Themenbereich „Auswanderung“ und „Titanic“ widmet. Davon kann man schon jetzt ausgehen: an Besuchern wird es nicht mangeln (Weitere Infos:. www.citedelamer.com)
 


Gebaut wurde die „Titanic“ 1911  im irischen Belfast. 2011 wurde auf der früheren Werft das „Belfast Titanic Centre“ hochgezogen. Nun wird es eröffnet, pünktlich zur Jungfernfahrt des Schiffes vor hundert Jahren. Mit der Serie der hier erbauten Luxusliner „Titanic“, „Olympic“ und „Britannic“ ehrt Belfast jetzt jene Ära, in der die Stadt am River Lagan und dem Atlantik mit ihrer Schiffsbautradition ein wohlhabendes, schönes und stolzes Produkt des Empires war.


Auf dem ehemaligen Gelände von Harland & Wolff, das von den beiden Wahrzeichen der Stadt, den Kränen „Samson“ und „Goliath“ überragt wird, soll sich mit dem „Titanic Belfast Centre“ der alte Traum in neue Gestalt wandeln. Das 97 Millionen Pfund schwere Projekt hat ungefähr jene gigantischen Ausmaße der einstigen Ozeanriesin. Hypermoderne Architektur aus hochgereckten Bugspitzen, mit einer Außenhaut aus spiegelnd glitzernden Aluminiumplatten, Fenstereinlassungen wie große Bullaugen – so wird das „Titanic Belfast“ zu seiner Eröffnung am 31. März tausende Gäste empfangen und ins Innere einer wohl doch nicht endgültig versunkenen „Titanic“ führen. Die Rezeptionspulte, der Ballsaal, angrenzende Suiten für Konferenzen und Meetings sind im Design der Gigantin nachgebaut. Auf neun Galerien eröffnet sich eine Erlebniswelt, die mit bisher nicht da gewesenem Dokumentarmaterial von der Belfaster Aufbruchszeit der frühen 1900er Jahre, über den Schiffsbau und die Entstehung der „Titanic“ bis zu ihrem Epitaph des Untergangs die Geschichte aufleben lässt, als würde auf der alten Slipanlage unweit des Komplexes bald eine neue „Titanic“ vom Stapel laufen können.

Bis zu 400.000 Besucher im Jahr soll „Titanic Belfast“ künftig anziehen. Ringsum ist zudem ein neues postmodernes Viertel im Aufbau, das 20.000 Menschen Wohnungen und Arbeitsplätze bieten soll. So nimmt Belfast nun Fahrt auf für eines der größten Festivals der neuen Belfaster Jahre. Mit der Eröffnung des Titanic Belfast Centre beginnen auch die Festakte rings um die historischen Eckdaten des Schiffes, das trotz seines Unglücks Epoche machte. Ab 7. April 2012 werden Belfasttouristen an vielen Veranstaltungsorten der Stadt auf die „Titanic“ stoßen.  Lesungen, ein Musical, Kunstausstellungen, Open Air-Darbietungen begleiten sie virtuell auf ihrer Reise zu jenem 14. April 1912, an dem sie auf den Eisberg stieß. Auch auf der anderen Inselseite Irlands, in der südlichen Hafenstadt Cobh in County Cork, bekommt sie ein feierliches Geleit. Cobh, ehemals bekannt als Queenstown, war der letzte Hafen, den die „Titanic“ anlief, um Hunderte irischer Auswanderer an Bord zu nehmen. Deren tragische Geschichte, aber auch freudige Themen zu Kreativität, Träume und Glaubenskraft werden in einer Reihe von Veranstaltungen unter dem Titel "Titanic 100 Cobh 2012" ein großes maritimes Schifffahrtsfestival begleiten. Weitere Infos: www.the-titanic.com
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Dann jetzt teilen auf Facebook, Google+ und Twitter

Magazin verpasst?

Jetzt das aktuelle Magazin oder ältere Ausgaben direkt im Shop bestellen.

Jetzt bestellen