08.11.2012

Dubai: Im Reich des schwarzen Goldes

Dubai – das ist nicht nur das bekannte Wirtschaftszentrum des Nahen Ostens oder die Heimat großer Erdölvorkommen. Spektakuläre Bauprojekte wie künstlich angelegte Inseln, riesige Luxushotels, Vergnügungsparks und königliche Paläste machen das 4.000 Quadratkilometer große Emirat zu einem unvergesslichen Urlaubsziel. Der Hafen von Dubai besteht eigentlich aus zwei Häfen, dem Port Rashid und dem Jebel Ali. Sie sind Schauplätze völliger Gegensätze: Einerseits fahren die hochmodernen Kreuzfahrtschiffe in die weite Welt hinaus, andererseits bestreiten die Einheimischen auf ihren alten, hölzernen Handelsschiffe, den sogenannten Dhaus, ihren Lebensunterhalt. Der stadtnahe Passagierhafen Port Rashid stellt mit seinem Cruise Terminal, dem „First Cruise Hub of the Arabian Golf“, eine weitere Superlative dar. Bis zu zwei Kreuzfahrtschiffe mit jeweils einer Länge von 335 Metern können hier abgefertigt werden. Bis 2015 sollen 190 Abfahrten rund 575.000 Kreuzfahrer in den Hafen des Emirats bringen. Das bedeutet 60 Prozent mehr als 2010.
Das Dubai Cruise Terminal ist über 3.300 Quadratmeter groß und ganz auf die Belange der Reisenden ausgerichtet. Ob zahlreiche Duty-free Shops, Internetcafés, Restaurants, ein Geschäftszentrum, eine VIP-Lounge oder ein Palmengarten – hier wurde an alles gedacht. Die wichtigsten Fährverbindungen führen nach Manama, Maskat, Kuwait-Stadt und Doha.
Etwa 30 Kilometer südlich des Stadtzentrums liegt der Hafen Jebel Ali. Über 120 Schifffahrtgesellschaften gehen am weltweit größten künstlichen Hafen vor Anker. Der Jebel Ali ist zudem mit über 92 Millionen Tonnen Umschlag der wichtigste Containerhafen am Persischen Golf. Außerdem betreiben die Einheimischen einen kleinen regionalen Seeverkehr. Der Handel mit Konsumgütern wird mit traditionellen Dhaus vom Creek, einem in die Stadt hineinragenden Meeresarm, im gesamten Persischen Golf bis ins Rote Meer abgewickelt.
Die zentrale Lage des Port Rashid ermöglicht Besuchern, die City innerhalb von 20 bis 30 Minuten zu erreichen. Vom eigenen Taxistand des Cruise Terminals fahren Taxen nach Deira oder Bur Dubai. Eine Fahrt mit dem Taxi ist recht günstig und kostet zwischen 60 und 70 Dirham (1 Dh = 0,19 Euro), im Sammeltaxi zum Al-Ghubaiba-Busbahnhof nur sieben Dirham.
Ausflüge:
In Dubai am Dubai Creek gibt es viel zu entdecken. Wer mehr als die zu Fuß erreichbaren Attraktionen erleben möchte, sollte sich auf jeden Fall ein Fahrzeug ausleihen. Vorteilhafter ist es, den Mietwagen bereits im Vorfeld zu Hause online zu buchen. Somit erspart man sich das Warten im Gedränge, und auch der Mietvertrag ist einfacher zu verstehen. Auf der Internetseite www.travel.dubai-city.de erhält man Informationen zu verschiedenen Mietwagenanbietern. Mit einem Auto kann man sich dann Dubai und die Vereinigten Arabischen Emirate flexibler anschauen. Allerdings: Staus und mautpflichtige Straßen sind dabei leider keine Seltenheit. Vor allem für Touristen ist bei dem starken Verkehr und den mehrspurigen Autobahnen, wie der Sheikh Zayed, absolute Vorsicht geboten. Ansonsten kann man auch preiswert mit dem Taxi oder Bus die Stadt erkunden. Die rund 800 klimatisierten Warteräume der über 1000 Haltestellen machen selbst das Busfahren in Dubai zum Erlebnis.
Wenn man die Skyline von Dubai mit den beeindruckenden Wolkenkratzern betrachtet, erscheint es unvorstellbar, dass es dort vor hundert Jahren nur einfache Häusersiedlungen ohne fließendes Wasser und keine Asphaltstraßen gab. Wo einst Kamele als Transportmittel benutzt wurden, fahren heute über eine Millionen Autos. Die Märchenstadt von „Tausend und einer Nacht“ zeigt sich von einer ganz modernen und luxuriösen Seite. Um die Innenstadt zu erkunden, bietet sich eine Busrundfahrt an. Je nach Anbieter führen die meisten halbtägigen Rundfahrten zu den alten und neuen Märkten, den sogenannten Souks, sowie zum Villenviertel Jumeirah. Der Besuch der Jumeirah-Moschee, ein elfenbeinfarbener Kuppelbau, ist ein Erlebnis. Sie ist die größte Moschee der Stadt und beindruckt mit ihrer Mischung aus moderner und islamischer Architektur. Da in Dubai Moscheen nur von Muslimen betreten werden dürfen, können Touristen sie nur mit einer organisierten Tour von Innen besichtigen. Eine Überfahrt über den Creek mit einem Wassertaxi, dem traditionellen Abra, ist der krönende Abschluss der Bustour, die ab 100 Dirham kostet. Für Touristen, die lieber eine romantische Nachtrundfahrt machen möchten, gibt es Angebote zu den Palästen, Moscheen und Souks mit einem abschließenden Abendessen.
Bauwerke:
Den meisten Urlaubern wird Dubai wegen seiner spektakulären Bauwerke bekannt sein: Die drei größten künstlichen Inseln der Welt, den Palm Islands, die größte Indoor-Skianlage, die größte Chinatown oder das größte Hochhaus in der neuen Downtown, dem Burj Khalifa mit 828 Metern, sind nur einige Highlights – im wahrsten Sinne des Wortes. Von der Aussichtsplattform „At the Top“ in der 124. Etage in einer Höhe von 440 Metern des Burj Khalifa hat man eine einzigartige Aussicht auf die Skyline. Auch mit legendären Sportereignissen trumpft Dubai auf. Hierzu gehören beispielsweise das höchstdotierte Pferderennen der Welt, der Dubai World Cup, bei dem sechs Millionen Dollar Siegesprämie ausgespielt werden, oder die Dubai Tennis Championships. Nicht zu vergessen das einzige Formel-Eins-Autorennen im Mittleren Osten, der Bahrain Grand Prix.
Trotz der glänzenden Luxuswelt der Reichen und Berühmten überrascht Dubai auch heute noch mit Attraktionen aus der Vergangenheit. Urlauber werden in den Bann alter Traditionen gezogen, wenn sie in einem Beduinenlager in der Wüste eine Shisha-Pfeife rauchen oder auf einem hundert Jahre alten Dhaus auf dem Persischen Golf schippern.
Wenn man durch die Altstadt von Bur Dubai und Deira schlendert, kann man auch auf eigene Faust einige Sehenswürdigkeiten entdecken. Im Stadtteil Al Schindagha im Norden von Bur Dubai, stehen das Heritage Village und das Diving Village, Museumsdörfer im Stil arabischer Siedlungen. Im Heritage Village können Urlauber zwischen Beduinenzelten, Windturmhäusern, Gewürzläden, Marktständen mit Kunsthandwerk, Tanz und Gesang die Kultur Dubais erleben. Die Öffnungszeiten sind samstags bis donnerstags von acht bis 22 Uhr und freitags von 16 bis 22 Uhr. Die Buslinien 8, 16, 19 oder 20 fahren dorthin. Der Eintritt ist frei. Im Diving Village, das auch Perlendorf genannt wird, können sich Besucher anhand von Fotos, Souks und originalen Dhaus die traditionelle Perlenfischerei anschauen.
Ein weiterer beliebter Ausflug ist das Dune-Bashing, bei der man mit einem Jeep durch die riesigen Sanddünen in der Wüste fahren kann. Da das Autofahren für Ungeübte allerdings nicht ungefährlich ist, sollte man besser nicht selbst fahren. Sowohl Arabian Adventures als auch Alpha Tours bieten diese Touren, inklusive Abendessen, in einem nachgebauten Beduinen-Dorf in der Wüste ab 245 Dirham an. Ein anderes Highlight ist das Kamelreiten durch die endlose Wüstenlandschaft. Bei einem kurzen Zwischenstopp in einem Beduinen-Dorf erhalten Touristen einen Einblick in die Lebensweise der Einheimischen. Sportbegeisterte können diesen Kamelritt mit Sand-Skilaufen verbinden. Die so genannte „Ride and Slide“- Tour findet montags, donnerstags und sonntags statt und kostet ab 195 Dirham.
Der Dubai Creek gilt als weitere Attraktion. Da keine stadtnahen Brücken am Dubai Creek existieren, erfolgt die Überfahrt mit kleinen Holzbooten. Die zehnminütige Fahrt kostet pro Person einen Dirham. Bei einem Spaziergang durch die Straßen taucht man in die Welt der märchenhaften Wüstenlandschaft ein. Der Duft der zahlreichen Gewürze auf dem farbenprächtigen Gewürzmarkt, dem Deira Spice Souk, oder die kleinen Schmuckhandlungen im Deira Gold Souk, sind ein ganz besonderes Erlebnis. Hier spürt man das orientalische Flair, inmitten der vielen Händlern mit ihren Säcken voller Kardamon, Zimt, Nüssen und Safran. Der Gold Souk in Dubai ist der größte Goldmarkt der Welt und ein Schaufenster des Reichtums. Die traditionellen Märkte haben täglich, außer freitagvormittags, von 7 bis 12 Uhr und von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Die Buslinien 5, 16, 19 und 20 halten alle an den Souks in Bur Dubai und Deira an. Ebenfalls sehenswert ist der Souk Madinat Jumeirah, der zum Madinat Jumeirah Komplex gehört. Wer sich Souvenirs als Andenken kaufen möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Besonders der Blick vom Madinat Souk auf das Burj al Arab Hotel ist fantastisch.
Shopping:
Das wohl bekannteste, höchste und luxuriöseste Hotel der Welt ist ein absolutes Muss bei einem Besuch in Dubai. Bester Marmor, Gold, ein Hubschrauberlandeplatz und ein Restaurant unter Wasser sind nur wenige Synonyme für diesen Palast. Dubai ist das Einkaufsparadies schlechthin. Die gigantische Dubai Mall mit über 1.200 Geschäften befindet sich gleich neben dem Burj Khalifa. Sie ist die größte Shopping Mall der Welt. Ein Einkaufsbummel lässt sich prima mit einem Besuch im Aquarium verbinden, das sich in der Dubai Mall befindet. Der Eintritt ist frei, während Besucher für den Unterwasser Zoo bezahlen müssen. Die Mall oft the Emirates mit über 520 Geschäften liegt direkt an der Sheikh Zayed Road. Bekannt ist sie vor allem durch die Skihalle Ski Dubai.
Die Geschäfte haben im Allgemeinen von 8 bis 13 Uhr und von 16.30 bis 20/21Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten der größeren Einkaufszentren sind hingegen von 10 bis 22 Uhr. Wie auch die Souks sind alle Geschäfte und Einkaufszentren freitagvormittags geschlossen.
Restaurants:
Nicht nur die Auswahl an Shoppingmöglichkeiten ist in Dubai riesig, sondern auch die verschiedenen Restaurants, Bars und Cafés. Zu den Gourmettempeln gehört beispielsweise das Al Muntaha, mit seiner mediterranen Küche, im Burj Al Arab Hotel. Die Aussicht 200 Meter hoch über den Arabischen Golf ist atemberaubend, wenn am Abend die Stadt im Schimmer der zahlreich erleuchteten Häuser steht. Ein wahres Highlight des Restaurants sind die abgeschrägten Glasfenster, die den Anschein eines auf das Meer hinausfahrenden Schiffs verleiht.
Wer jedoch einen Ausblick über die gesamte Stadt erleben möchte, darf keinesfalls das Restaurant Al Dawaar mit internationalem Buffet im Hyatt Regency Hotel auslassen. Das Drehrestaurant kreist über eine Zeitspanne von zwei Stunden und stellt eine einmalige Attraktion Dubais dar. Der Durchschnittspreis (inklusive der sales tax) für ein Dreigänge-Menü liegt ab 300 Dirham, für eine Flasche Hauswein bei 240 Dirham.
Das Café-Restaurant Al Iwan im Burj al Arab gilt als Trendrestaurant. Hier kann man arabische kulinarische Köstlichkeiten und Kaffee genießen oder die libanesischen mezze Vorspeisen ausprobieren. Das luxuriöse Ambiente ist hier unübertroffen beeindruckend.
Zu den preisgünstigeren Restaurants zählt das beliebte Deira City Centre Food Court. Die verschiedenen Stände bieten die ganze Bandbreite internationaler Speisen an. Eltern können hier beim Essen richtig entspannen, da es für die Kinder einen extra Spielbereich gibt. Da das Restaurant keine Schanklizenz besitzt, stehen nur nichtalkoholische Getränke auf der Karte.
Gut gestärkt kann man einen Spaziergang zu den Dubai Fontains direkt an der Dubai Mall machen. Die gigantischen Wasserfontänen gehören zu den besten Attraktionen der Stadt. Bei einem Wasser-Lichtspektakel mit musikalischer Untermalung klingt ein erlebnisreicher Urlaubstag ganz entspannt aus.
Julia Koch
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