17.11.2012

Ehrgeizige Chinesen

Richtig überraschend ist die Meldung nicht, dass China im boomenden Kreuzfahrtmarkt nun aktiv mitmischen will. Überraschen kann nur, wie lange man im so ehrgeizigen Reich der Mitte untätig zugeschaut hat. Nun ein Kurswechsel. Die Werft Xiamen Shipbuilding Industry hat den Auftrag von den chinesischen Unternehmen Sha-Hai-Shu Group und  Xiamen International Cruise erhalten, ein mit etwa 100.000 Tonnen vermessenes Kreuzfahrtschiff zu bauen.
Bei dem Entwurf des Liners zum genannten Baupreis von umgerechnet rund 400.000 Euro soll der amerikanisch-norwegische Kreuzfahrtriese Royal Caribbean entscheidend mitwirken und auch, neben anderen Unternehmen, die Entstehung des Schiffs beratend begleiten. Damit scheint sichergestellt zu sein, dass der nach Plan im Oktober 2018 fertiggestellte Ferienliner auch den Vorstellungen eines internationalen Publikums entspricht. „Tiefergelegte“ Betten, Waschbecken und Toiletten, wi e wir auf einem chinesischen Yangtse-Flusskreuzer reklamierten, wird es dann wohl nicht geben. Ist aber auch nicht ganz auszuschließen, denn wie es mit Blick auf die Fahrtgebiete in fernöstlichen Gewässern und das vorgesehene Küchenangebot aussieht, soll der Neubau primär chinesische Kreuzfahrer (die im Durchschnitt kleiner von Wuchs sind als Europäer) ansprechen.

Fortsetzung folgt. Weitere Hochseecruiser sollen in China entstehen, heißt es. Auch mit dem Bau von wirklichen Luxuslinern liebäugeln die Chinesen. Und was Miami, Hamburg, Barcelona oder Kopenhagen in der Neuen oder Alten (Kreuzfahrt-)Welt sind, soll künftig in China Xiamen mit seinem International Cruise Terminal sein.


Tö.
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