Das Magazin für Kreuzfahrtschiffe, Fähren & Meer

Die Entdeckung der Langsamkeit

Eins, zwei, drei im Sauseschritt eilt die Zeit – wir eilen mit. Wenn Wilhelm Busch gewusst hätte, wie uns die Zeit heute in unserer schnelllebigen Welt davon rast, hätte er wohl noch drastischere Worte gefunden. Kein Wunder, dass einige Menschen zumindest im Urlaub auf die Bremse treten und einen Gang zurück schalten. Das hat vor einiger Zeit auch Costa Kreuzfahrten getan – mit dem Slow Cruising-Konzept. Anstatt immer mehr Häfen mit immer kürzeren Liegezeiten ins Programm zu packen, entschloss sich die Reederei, genau das Gegenteil anzubieten. Inzwischen gibt es drei Schiffe der „neo“-Collection, die in einem etwas gemächlicheren Tempo auf den Weltmeeren unterwegs sind und auch über Nacht in interessanten Häfen bleiben: die „neoRomantica“, die „neoClassica“ und die „neoRiviera“. Ich wollte selbst ausprobieren, wie „Slow Cruising“ sich anfühlt und ging in Dubai an Bord der „Costa neoRiviera“.

Mozart und Meer

Leise dringt der Klang eines Cellos aus der Kabine wie aus einem fernen Orchestergraben. Das Ohr hat die Töne beim Vorbeigehen aufgeschnappt. Eine kurze Melodie, dann der Stopp. Da probt jemand. Es klingt wie die Ouvertüre für diese Kreuzfahrt, die sich der Musik widmet. Immer wieder blitzen auch kleine Klänge zwischendurch auf, neben den täglichen Konzerten, die auf der Musik-Kreuzfahrt den roten Faden bilden. Und, „nomen est omen“: Das Schiff heißt tatsächlich „Melody“.

Blauwale an Steuerbord!

Die Ankunft mit dem Flugzeug in Reykjavik ist ernüchternd. Unter uns dehnt sich eine schwarze Geröllwüste ohne Baum und Strauch. Es ist Juni, und das Thermometer zeigt bescheidene 7 Grad Celsius bei bedecktem Himmel. Sommerferien stellt man sich anders vor. Im Hafen von Reykjavik wartet unser Zuhause für die nächsten zehn Tage: die „Ocean Diamond“. Das Expeditionsschiff von Island Pro Cruises bricht heute Abend zu seiner zweiten Island-Umrundung auf. Eine Reise, die 2015 so zum ersten Mal angeboten wird. Alle sind gespannt, als es losgeht.  Der Tag war lang, das Essen gut und mit den zwei Stunden Zeitverschiebung eingerechnet wäre es jetzt immerhin schon Mitternacht in Deutschland. Zeit, um ins Bett zu gehen. Aber wie soll man schlafen, wenn die Sonne noch immer hell in die Kabine scheint? Wenn Papageientaucher waagerecht eine Handbreit übers Meer fliegen? Wenn schneebedeckte Berge mit den weißen Schönwetterwolken eines hellblauen Himmels zusammenstoßen?

Budddhas Refugium

Die Sache scheint aussichtslos. Direkt vor uns warten mindestens zehn Kinder und Jugendliche mit Wassereimern und Schläuchen. Die Gasse davor hatten wir aus demselben Grund gemieden. Während wir noch mitten in Yangon auf der Straße stehen und überlegen, welchen Weg wir einschlagen sollen, erwischt es uns eiskalt von oben. Verschmitzt grinst der vielleicht fünfjährige Burmese uns an, nachdem er gerade einen ganzen Eimer Wasser vom Balkon aus auf uns ausgeleert hat. Tourist hin oder her: Wer zum Wasser-Festival nach Myanmar kommt, wird nass, da gibt’s kein Entkommen.

Was zieh’ ich bloß an? – Dresscodes an Bord

Die Klischees der klassischen Seereise – Damen in bodenlangen Abendkleidern und Herren im Smoking – sind in der modernen Kreuzfahrtwelt selten geworden. Es gibt sie noch, aber der Trend geht zu weniger Kleidungsvorschriften und mehr Wohlfühlatmosphäre für den Passagier. Selbst auf der „Europa“, dem konservativen Flaggschiff von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, darf man mittlerweile auch im schicken Cocktailkleid oder schwarzen Anzug zum formellen Abend erscheinen. Doch was heißt überhaupt „formell“?

Spurensuche

Was ist eigentlich aus all den Schiffen geworden, die einmal zu den Schönheiten auf den Ozeanen zählten? Der 2014 verstorbene Herausgeber von WELCOME ABOARD, Peter Tönnishoff, kannte und liebte sie, schrieb zahlreiche Artikel über die klassischen Liner. Wir haben uns auf Spurensuche begeben und möchten Sie an einige „Schiffs-Promis“ von annodazumal erinnern.

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